GALERIE ZIMMERMANN

Mel Ramos

Keiner provoziert mehr: Mel Ramos
Umstritten ist das künstlerische Gesamtwerk von Mel Ramos, wie selten das kreative Schaffen von einem Gegenwartskünstler. Nicht nur in den USA, der Heimat des Malers, stellt sich in der öffentlichen Diskussion immer wieder die Frage: Sind die Bilder von Mel Ramos plumpe Pornographie oder hintersinnige Kunst?
Der bedeutende Vertreter von Pop-Art kann seine künstlerischen Wurzeln nicht verleugnen: Mel Ramos startete seine Karriere, in dem er Comic-Heroen malte. Hier entwickelte sich ein interessante Brücke, die Mel Ramos zu einem Welt bekannten Künstler werden liessen. Aus Bildern mit Batman als Motiv gelangte in den 60er Jahren Ramos an Wonder Woman. Diese mit üppigen Rundungen ausgestattete Comic-Heldin war der Anfang der Serie von Pin-up-girls. 
In seiner Undeutlichkeit und Interpretationsfähigkeit was die Motivation seiner Bilder betrifft, gibt es für Mel Ramos einen Vorgänger in der Kunstgeschichte: Hyronimos Bosch. Der mittelalterliche Maler fertigte sakrale Bilder an, die fehl interpretiert werden konnten. In seinen apokalyptischen Szenen schickte Bosch auch den Klerus in das Fegefeuer. Ein Umstand, für den der Künstler eigentlich auf den Scheiterhaufen gelandet wäre. 
Ebenso stellt sich die Frage, was will Mel Ramos mit seinen Bildern zum Ausdruck bringen, wenn er wohl proportionierte Frauen neben alltäglichen  Gegenständen auf seinen Bildern positioniert. Möchte Mel Ramos den Finger in eine Wunde lege und provozieren? Will der in Kalifornien geborene Pop-Art-Maler auf die Ausbeutung der Frau und Reduzierung auf den Status eines Lustobjektes hinweisen? 
Auf eine besondere Art und Weise schaffte es Mel Ramos ab Anfang der 70er Akte von alten Meistern zu persiflieren. Diese beeindruckenden Ergebnisse zeigen über welche perfekte Maltechnik Mel Ramos verfügt. Um derartige Persiflagen auf Manet oder Modigliani zu realisieren, ist auch eine fundierte Kunstgeschichtliche Kenntnis notwendig.
 Auch in den nächsten Jahrzehnten wird über die Werke von Mel Ramos aufgeregt diskutiert werden, auch wenn die Motivation zu diesen Bildern ungewiss bleibt.