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Poster - Drucktechniken - Dortmund - Einrahmung

Lieber Kunstfreund,

bist du schon mal beim Stöbern nach Kunstdrucken ins Grübeln gekommen? Ganz besonders, wenn du zwar Kunst liebst, aber noch kein Profi auf dem Gebiet bist? Keine Sorge, du bist nicht allein! Lass uns gemeinsam ein paar dieser kniffligen Fragen rund um Kunstdrucke klären.

Also, was ist eigentlich Druckgrafik? Klingt simpel, die Antwort ist aber ziemlich komplex. Obwohl wir öfter von Gravur sprechen, fangen Fachleute und Sammler an, den Begriff Druckgrafik immer mehr zu benutzen. Gravieren ist nur eine der vielen Techniken im Bereich der Druckkunst, die es Künstlern ermöglicht, Serienbilder zu schaffen. Das Ganze ist so vielfältig, dass es fast unmöglich ist, eine einzige Definition zu finden, die für alle Druckmedien passt.

Aber was muss ein Bild haben, um als echter Kunstdruck durchzugehen? Dazu hat der III. Internationale Kongress für Plastische Kunst einige Regeln aufgestellt:

1. Der Künstler muss selbst Hand anlegen – entweder den Stein oder die Platte vorbereiten.
2. Jede Kopie einer Edition muss signiert und nummeriert sein, damit klar ist, welche Nummer sie hat und wie groß die Serie ist.
3. Nur der Künstler entscheidet darüber, wie viele Kopien gedruckt werden.
4. Sind alle Kopien erstellt, müssen die Druckplatten markiert oder zerstört werden, damit keine weiteren Prints entstehen.

Und es gibt noch zwei Tipps von den Profis:

- Künstlerexemplare sollten max. 10% der Serie ausmachen.
- Als Original gelten keine Kunstdrucke, die durch photomechanische Prozesse hergestellt wurden – auch wenn sie vom Künstler persönlich signiert sind.


Nun gut, aber welche Drucktechniken gibt's denn überhaupt? Es gibt eine Menge, aber lass uns auf ein paar gängige eingehen. Die Gravur zum Beispiel spielt eine große Rolle in der Kunstgeschichte, denk nur an Dürer oder Picasso. Aber Gravur ist nicht nur eine Technik, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Verfahren wie Ätzen oder Aquatinta.


In unserem Blog findest du genauere Infos zu Gravurtechniken und anderen Methoden wie Lithografie und Siebdruck.


Vielleicht hast du auch schon von Carborundum oder Prägung gehört? Carborundum ist eher eine additive Technik, bei der Materialien aufgeklebt werden, um Texturen zu schaffen. Prägung dagegen schafft Reliefs im Papier – oft genutzt von Künstlern wie Chillida oder Tàpies.


Kunstdruck entstand aus dem Wunsch der Künstler, mehrere Kopien eines Bildes zu machen. Heute nutzen sie dafür alles Mögliche – von traditioneller Gravur bis hin zu modernem Offsetdruck. Und sogar Tintenstrahl- oder Giclée-Drucke sind jetzt angesagt für hochwertige Kunstprints.


Zurück zu den Regeln: Kunstdrucke müssen also signiert und nummeriert sein. Manchmal siehst du "signierte Platte" – das bedeutet, dass die Signatur direkt im Druckprozess mitgedruckt wurde. Die Nummerierung zeigt dir, an welcher Stelle in der Serie dein Exemplar steht. Und wenn du auf römische Ziffern oder Abkürzungen wie A.P., P.E. oder H.C. stößt – das sind besondere Editionen oder Künstlerexemplare mit eigenem Charme.


Am Ende des Tages solltest du dich einfach daran erinnern: Kunstdruck ist super vielseitig und immer in Bewegung. Bleib offen für neue Techniken und vergiss nicht, dass die Signatur und Nummerierung wichtige Aspekte sind, wenn es um den Wert eines Drucks geht.
 

Wir könnten noch ewig über Papierqualitäten und des Künstlers Studioarbeit quatschen – aber das heben wir uns für später auf. Ich hoffe, ich konnte dir helfen, dich im Dschungel der Kunstdrucke etwas besser zurechtzufinden und vielleicht sogar deine Lust zu wecken, dir selbst ein paar schöne Prints zu schnappen.


Bis zum nächsten Mal, bleib kreativ!