GALERIE ZIMMERMANN

Jeff Koons in Frankfurt

Manche Mitmenschen empfinden die Werke des amerikanischen Künstlers Jeff Koons als Kitsch und reiner Pornographie. Als legitimierter Nachfolger von Andy Warhol, hat Koons in der Geschichte der Pop-Art, einen wichtigen Platz eingenommen. Vielleicht den wichtigsten überhaupt, denn er ist mit seiner Kunstauffassung noch weiter als Warhol gegangen.
Frankfurt wurde zu Europas Koons-Stadt
Die Frankfurter Kunsthalle Schirn und das Liebighaus präsentierten in einer breitangelegten und großen Kunstschau den sympathischen Künstlerstar Jeff Koons. Ergänzt wurden diese Präsentationen durch begleitende kleinere Ausstellungen in der einen oder anderen Galerie der Stadt. Buchhandlungen schmückten ihre Schaufenster, mit den noch verfügbaren Büchern und Katalogen, des weltweit anerkannten Künstlerstars.
Auf Tuchfühlung mit der Kunst
Viele Arbeiten sind Kunstkennern, durch Veröffentlichungen und Filmbeiträgen in den Medien, seit Jahren bekannt. Jetzt gab es endlich die Gelegenheit sich Werke ganz nah und in aller Ruhe anzusehen.
Die wohl am bekanntesten und am meisten fotografierte Skulptur ist der goldfarbene Michael Jackson mit seiner Exfrau Ilona Staller. Sie war vor ihrer kurzen Ehe ein gefragter Pornostar gewesen. Jeff Koons, der seine Frau "Cicciolins" nannte, hat sie mehrmals in seinen Werken verewigt. Er vergötterte sie förmlich, das ging so weit das er sich mit ihr beim Geschlechtsakt darstellte.
Während die Schirn den Maler Koons mit 45 großen realistischen Gemälden zeigte, stellte das Liebighaus seine Skulpturen und Plastiken aus. Aufgeblasene übergroße Plastikpuppen mit silberfarbenen Brüsten, riesigen Blumensträuße, rosa Schweine und Popeye den Seemann faszinierten die Besucher. Es strömten weit über 100.000 Tausend Menschen in den heiligen Hallen.
Bei den wie Plastik gestalteten Puppen und Ballons könnte man annehmen dass es sich doch um ein aufgeblasenes Objekt handelt. Allerdings ist es schweres Material, das einem bei dem Versuch es mit der Nadel zum Platzen zu bringen, erbärmlich zum Scheitern verhelfen würde.
Besondere Präsentationsideen
Was das besondere in der Skulpturen-Ausstellung ausmachte, war der Gegensatz zu alter und neuer Kunst. Spannend stellte Jeff Koons, der schon beim Aufbau in Frankfurt anwesend war, einen Dialog her. Etwa eine Skulptur vor einem alten Meister oder vor griechischen und römischen Werken. Man wird das Gefühl nicht los das der Künstler mit dieser außergewöhnlichen Zusammenstellung, die antiken Stücke vollends entstauben und zu neuen Leben erwecken wollte.
Durch diese Mammutschau in Frankfurt, wird das Interesse an Kunst, gerade bei jungen Menschen, eventuell wieder geweckt. Vielleicht schwindet so auch die Schwellenangst um ab und zu einmal eine Galerie zu besuchen und sich mit dem Gezeigten auseinanderzusetzen.