GALERIE ZIMMERMANN

Janosch - Graphiken des Malers

Janosch / Der Maler

„Post für den Tiger“, „Oh wie schön ist Panama“ oder einfach nur die Tigerente. Egal, was man nennt, jeder weiß, wer hinter diesen Werken steckt. Janosch. Ein Namen, den sogar „ein jedes Kind kennt“, da er in kaum einen Bücherregal im Kinderzimmer oder gut sortierten Buchhandlung fehlt. Oder, wie er eher kaum bekannt ist, aber eigentlich mit vollständigen Namen heißt: Horst Eckert.


Frühe Jahre
Der 1931 geborene Deutsche lebte in seinen jüngeren Jahren etwa 15 Jahre in Bad Zwischenahn, wo er zu dieser Zeit in Textilfabriken arbeitete. Schließlich besuchte er im Anschluss eine Schule für Textilfachwerk in der nordrhein-westfälischen Stadt Krefeld. Dort kam er erstmals mit der Malerei in Kontakt, als er an einem ausgeschriebenen Lehrgang mit der Bezeichnung „Musterzeichnen“ beim Maler und Grafoler Gerhard Kadow, teilgenommen hat. Dieser war einst Lehrling des bekannten Malers und Grafikers Paul Klee, der später auch Lehrer am weltbekannten „Bauhaus“ im Weimar war und Vertreter dieses Stils wurde. Diesen Erfahrungen folgte ein Umzug nach München, wie er schließlich Schüler an der „Akademie für Bildende Künste“ wurde. Geradezu ironisch scheint es aus der heutigen Sicht, dass der Erfinder der Tigerente wegen „mangelnder Begabung“ das Kunststudium bereits nach einigen wenigen Probesemestern abbrechen musste.


Wie aus Horst Eckert der Kinderbuchautor Janosch wurde
In den 1950er Jahren etablierte Janosch sich so als freischaffender Künstler und wurde Schriftstellerisch tätig. Die Malerei und das Feuilleton der Zeitungen gehörten von nun an zu seinen Tätigkeitsbereichen. Diese aber erschienen zu diesem Zeitpunkt noch unter seinem bürgerlichen Namen: Horst Eckert. Erst wenige Zeit später rät ihm sein Vater, er solle sich „Janosch“ nennen. Daraufhin beschloss er den Ratschlag eines guten Freundes und Bewunderer seiner Werke zu folgen. Dieser riet ihm sein Talent als Schriftsteller und Illustrator zu nutzen und selbst ganze Kinderbücher zu entwerfen.
 


Janoschs Werke
Zu seinen bekanntesten Werken gehören seine Kinderbücher, die zeitüberdauernd zu wahren Klassikern geworden sind. Einige seiner bekanntesten Figuren - um nur ein paar zu nennen - sind so beispielsweise „Schnuddel" der zusammen mit der Tigernde, dem Tiger und dem Bären in seinem Buch "Post für den Tiger" und "Oh, wie schön ist Panama" zusammen auf Reisen gehen. Darüberhinaus zeichnet und schreibt er aber nicht nur Kinderbücher. In seinen Büchern für Jugendliche oder Erwachsene verarbeitet er persönliche Erlebnisse, vor allem aber Ereignisse aus seiner Kindheit. Die eher philosophischen Wehem wie die Ablehnung gottesfürchtiger Religiosität oder auch die Befürwortung der familiären Beziehungen sowie Themen wie Freundschaft gehören daher auch zu seinem Spektrum. Im Zuge dessen thematisiert er auch die Frage nach dem Sinn des Lebens. Eine Frage, die sich der Schriftsteller Janosch und Illustrator immer wieder stellt.
 


Das Comeback
Anfang 2010 gab der Autor bekannt vorerst keine weitern Bücher mehr veröffentlichen zu wollen. Er bezeichnete sich im Zuge dessen als „unbegabt“ und meinte daher, er würde es bevorzugen, nun mehr zu reisen. Bereits 2013 revidierte er diese Ankündigung wieder, indem er fortan Beiträge für deutsche Zeitungen verfasste und wieder Zeichnungen anfertige. Letztlich ist das wohl einzige Werk, das wir von Eckert noch nicht kennen sein eigenes, sein ganz persönliches. Janoschs Autobiografie, welche den Titel „Tagebuch eines frommen Ketzers“ trägt, wurde nämlich bisher noch von keinem Verlag verlegt und nicht veröffentlicht.