GALERIE ZIMMERMANN

James Rizzi "Fly me to the Moon"

James Rizzi

Es gibt kaum einen Künstler, dessen Werke schon beim ersten Anblick so viel Lebenslust und Lebensfreude ausstrahlen wie die Bilder des Amerikaners James Rizzi. Der am 5. Oktober 1950 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborene Rizzi zählt mit seinen detailreichen, farbintensiven Bildern zu den bedeutendsten Vertretern der Pop-Art. Ende der 1970er Jahre tauchten seine heiter-naiven Malereien zum ersten Mal in US-amerikanischen Galerien auf - sie sind seitdem aus der zeitgenössischen Kunstwelt nicht mehr wegzudenken.


Der Ausnahmekünstler hat sich dabei immer das menschliche Zusammenleben zum Thema gemacht. Als Quelle der Inspiration diente ihm seine Heimatstadt New York – den „Big Apple“, der für ihn den Mikrokosmos eines wunderbar funktionierenden Miteinanders der Kulturen darstellte. Die pulsierende, nie schlafende Stadt mit ihren Explosionen an Farben und Formen, in der er fast sein ganzes Leben verbrachte, prägte den unverwechselbaren Stil seiner Kunstwerke.

JAMES RIZZI "Fly Me To The Moon"

James Rizzi "Fly me to the Moon"


Die von ihm entwickelte 3D-Grafik verleiht seinen launigen Bildern der Pop-Art zusätzliche Tiefe und eine fast greifbare Stimmung. So, wie er der Auffassung war, dass das Leben mit allen seinen Facetten entdeckt werden will, spiegeln auch seine Werke mit ihren teils winzigsten Details diese Liebe zum Leben und zu den Menschen wider. Besonders viel zu entdecken gibt es auf dem Bild „Fly Me To The Moon“, das die Atmosphäre eines Jahrmarkts zum Thema hat. Sofort fühlt man sich mitten in das Geschehen hineinversetzt und meint, das Lachen und Kreischen der Volksfest-Besucher hören zu können. Ein Bild wie die Fahrt in einem Kettenkarussell … man scheint das Glücksgefühl zu spüren, das einen als Kind überkam, wenn man scheinbar schwerelos durch die Lüfte schwebte.

Im Vordergrund wird das Kunstwerk von einem Riesenrad dominiert, das auf allen Jahrmärkten meist schon aus der Ferne zu sehen ist und den Besuchern den Weg weist. Wer kennt es nicht, das erhabene Gefühl, wenn man in einem Riesenrad sitzt und auf die Welt hinunterblickt, die einem zu Füßen liegt … So wie alle Werke James Rizzi´s verbreitet auch dieses unmittelbar gute Laune und weckt eine ganze Reihe positiver Emotionen, mit seinen Fahrgeschäften, Schießbuden, Imbiß-Ständen und den knallbunten Werbeschildern. Vor allem aber geht es um die Menschen, ihr Erleben und ihre Empfindungen. Der Künstler sah sich selbst als eine Art „Botschafter des Lebens“. Er war einer, der das Kind in sich bewahrt hatte, das spielen will, und erklärte einmal, schon morgens freudig aufzuwachen - gespannt, was der Tag ihm bringen möge.

JAMES RIZZI "The Fantastic Formula For Fun"

James Rizzi "The fantstic Formula for Fun"


Auch das Bild „The Fantastic Formula Fun“ ist die Impression eines Besuchs auf dem Volksfest. Sein ungewöhnliches Grundformat von etwa 12 Zentimetern Höhe und 90 Zentimetern Breite zeichnet ein ganz besonderes, weitläufiges Panorama einer Jahrmarkt-Szenerie - ein Fest der Farben und der Sinne. Kaum, dass sich das Auge satt sehen kann an all den schwungvollen Formen und großen bis verschwindend kleinen Details, die sich in verschiedenen, dreidimensionalen Schichten überlagern. Es ist genau der Eindruck, den man beim erstmaligen Betreten einer Kirmes erhält, oder den man bekommt, wenn man das laute, bunte Treiben von einem Aussichtspunkt aus einiger Entfernung betrachtet. „Das Leben ist schön“ - dieses Motto hatte sich der Meister auf die Fahnen geschrieben und im Grunde könnte man damit jedes einzelne seiner Kunstwerke untertiteln.

Das Leben ist lebenswert und will erfahren werden. Selbst die kleinsten, unscheinbarsten Dinge können von großer Bedeutung sein und machen letztlich aus einem ganz normalen Tag einen Tag, der uns für immer in Erinnerung bleibt. Es kostet ein wenig Mühe, all die Details eines Rizzi-Bildes zu erkennen, aber es lohnt sich - wie im echten Leben. Eine Erkenntnis, die uns der große Künstler mit auf den Weg gibt.


James Rizzi starb am 26. Dezember 2011 in New York.