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Zimmermann & Heitmann Blog.

Von Bären, Tigern und Enten - Der Künstler Janosch

Als Kinderbuchautor wurde er gefeiert und ausgezeichnet, als Künstler verdiente er sich Respekt. Dennoch hält er sich selbst für „unbegabt“. Die Rede ist von Horst Eckert, der unter seinem Künstlernamen „Janosch“ berühmt wurde.

Über sein Leben:
1931 in Hindenburg O.S. (heute Zabrze) in Oberschlesien geboren, wuchs Horst Eckert zunächst bei seinen Großeltern auf, die in einer Bergbausiedlung lebten. Seine Eltern konnten sich keine eigene Wohnung leisten, da sein Vater als Soldat im Zweiten Weltkrieg kämpfen musste. 1944 bekam Eckert eine Lehrstelle als Schmied, welche er allerdings nach dem Krieg aufgeben musste, da seine Familie 1946 nach Westdeutschland floh, um den Kommunisten zu entgehen. Die Familie lebte in Bad Zwischenhahn bei Krefeld, wo Horst Eckert in einer Textilfabrik arbeitete. Nebenbei besuchte er eine Textilfachschule und studierte dort unter anderem das Musterzeichnen.

Anfang der 50er Jahre reiste Eckert dann zunächst nach Paris, kam aber bereits 1953 nach Deutschland zurück, um sich in München an der Akademie der Bildenden Künste einzuschreiben. Aufgrund von „mangelnder Begabung“, wie es seine Dozenten ihm bescheinigten, brach er aber bereits nach dem ersten Semester sein Studium wieder ab und arbeite als freischaffender Künstler. 1956 wirkte er unter anderem im Feuilleton mit, als ihm ein Freund riet, aus seinen Radierungen und Zeichnungen ein Kinderbuch zu machen. Ein befreundeter Verleger riet Horst Eckert daraufhin, sich einen Künstlernamen zuzulegen, unter dem seine Werke veröffentlicht werden sollten. Unter dem Namen „Janosch“, der einer seiner eigenen gezeichneten Figuren entlehnt war, brachte Eckert 1960 schließlich sein erstes Kinderbuch unter dem Titel „Die Geschichte von Valek, dem Pferd“ und 1970 seinen ersten Roman „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm“ heraus. Es folgten weit über 100 verschiedene Werke, teils Kinderbücher, teils Romane, für die der heute auf Teneriffa lebende Künstler unter anderem mit dem Literaturpreis der Stadt München 1975 und dem Deutschen Jugendbuchpreis 1979 ausgezeichnet wurde. 2010 gab Horst Eckert bekannt, dass er seine Karriere als Autor allerdings beendet und keine weiteren Bücher mehr veröffentlichen wird.

Janosch - Da hinten liegt Amerika - in sieben Jahren sind wir da   
     Janosch "Da hinten liegt Amerika – in Sieben Jahren sind wir da"



Bekannte Werke und Sendungen:
Die Figuren von Janosch haben Kinder bereits seit Mitte der 70er Jahre begleitet. Eine seiner bekanntesten Figuren ist dabei sicherlich die Tigerente. Diese Ente, die ein Tigermuster trägt, tauchte das erste Mal in dem erfolgreichen Kinderbuch „Oh wie schön ist Panama“ 1978 auf. Zusammen mit seinen Freunden, einem Tiger, einem Bären und dem Schnuddel, erlebt die Tigerente, die eigentlich nicht viel mehr als ein Holzspielzeug ist, spannende Abenteuer. Einige Geschichten wurden zwischen 1985 und 1989 für das Fernsehen unter dem Titel „Janosch's Traumstunde“ produziert.

Ein aktuelleres Format ist dagegen der seit 1996 wöchentlich ausgestrahlte „Tigerenten-Club“, der von dem SWR-Regisseur Joachim Lang konzipiert wurde. In der Sendung treten Schulklassen in Spielen und Fragerunden gegeneinander an, während zwischendurch Geschichten rund um die Tigerente und ihre Freunde gezeigt werden. Horst Eckert selbst wirkt an der aktuellen Fernsehsendung allerdings nicht mehr aktiv mit. Stattdessen stellt der Künstler in Rente seine Kreationen wie beispielsweise einen Teil seiner Skizzen und Radierungen, Museen für Ausstellungen zur Verfügung.

 

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25.08.2015 - 12:00 | Janosch

"A New York Marathon for all" und "A Village for the World" von James Rizzi zu verkaufen

Im Kundenauftrag verkaufen wir die wohl beiden besten Arbeiten von James Rizzi: "A New York Marathon for all" und "A Village for the World"! Schauen Sie sich die Bilder bei uns in Dortmund in Natura an und überzeugen Sie sich von der tollen Wirkung der 3D-Arbeiten!

Biografie über James Rizzi

James Rizzi ist am 5. Oktober 1950 geboren worden und war ein weltweit angesehener amerikanischer Künstler. Er wuchs als Mittleres von drei Geschwistern in Brooklyn, einem Stadtteil von New York auf. Nach seiner Schulzeit beginnt er im Jahr 1969 ein BWL Studium an der University of Florida in Gainsville.

Mehr durch Zufall entdeckt Rizzi schon während des Studiums sein starkes Interesse an der Kunst und beschäftigt sich eingehender mit ihr. Auf drängen seiner Freunde wählt er diese auch als Wahlfach und schließt die Universität im Jahr 1973 erfolgreich mit einem Abschluss im Fach Kunst ab. Bereits im Studium wird James Rizzi von seinen Kunstlehrern stark gefördert und darin bestärkt sich technisch weiterzubilden. Zudem führen sie den jungen Rizzi intellektuell durch die Kunstgeschichte. Dort findet er inspirierende Vorbilder wie Picasso und Hundertwasser und entwickelt gleichzeitig seinen ganz eigenen Stil, der dreidimensionalen Druckgrafik, der ihn berühmt gemacht hat.

Anschließend zieht es ihn wieder zurück in seine Geburtsstadt und Wahlheimat New York. Dort bezog er im Künstler-Viertel SoHo ein Studio-Appartement, in dem er bis zum Schluss lebte und arbeitete.

1977 gelingt James Rizzi dann der erste Durchbruch: Der junge Künstler wird eingeladen im berühmten Brooklyn Museum bei der Kunstausstellung „Thirty Years of American Printmarketing“ auszustellen. Der erste Schritt ist getan und mit steigendem Bekanntheitsgrad begannen auch weitere Galerien und Museen sich für Rizzis Werke zu interessieren. Die Bilder sind zumeist in fröhlichen Farben und kindlich-naiver Einfachheit gehalten. Von der Kunstpresse erhielt er den Titel „Urban Primitive Artist“, da seine Kunstwerke Lebensfreude, Fröhlichkeit und Zuversicht ausstrahlen. Die Abbildungen stellen häufig New York und seine Einwohner dar, so auch sein Bild "A New York Marathon for all" aus dem Jahre 1997.

Abseits der Malerei fand Rizzi in der Gestaltung von unter anderem Rosenthal-Porzellan, Platten- / CD-Covern, Animations-Musik-Videos und weiteren Gebrauchsgegenständen ein umfangreiches Betätigungsfeld. Auch größere Projekte wirkte er wie z. B. dem Gestalten von drei New Beetles aus dem Hause Volkswagen oder der Außenfläche einer Boeing 757.

Nach über 30 Jahren erfolgreicher Karriere als Künstler verstarb Rizzi in der Nacht zum 26. Dezember 2011 friedlich in seinem Studio-Appartement. Sein berühmtestes Kunstwerk „A NEW YORK MARATHON FOR ALL“ ist mit einer Auflage von 350 Stück erschienen und seit Jahren ausverkauft. Auf Grund seiner vielen Details ist es besonders bei Sammlern äußerst beliebt.

James Rizzi prägte die Kunstszene mit seinem außergewöhnlichen Malstil und den bemerkenswerten, von ihm entwickelten Techniken. Der Künstler wurde am 5. Oktober 1950 in New York City geboren und wuchs im Stadtteil Brooklyn auf. Seine Mutter war irischer Herkunft, sein Vater kam aus einer italienischen Familie. Rizzi hatte noch zwei weitere Geschwister.


Nach seinem Schulabschluss an der Holy Innocents Grammar School in Brooklyn folgte der Besuch der Erasmus High School ebenda. Nach erfolgreichem Abschluss entschied sich James Rizzi, an der University of Florida in Gainesville Kust zu studieren, obwohl er zunächst BWL als Hauptfach belegt hatte. Seine Freunde konnten ihn jedoch von seinem außergewöhnlichen Maltalent überzeugen und so entschied er sich noch einmal um. 1974 schloss er schließlich sein Studium ab. Während seiner Zeit an der Universität beschäftigte er sich mit einer Kombination aus Skulpturen und Malerei und entwickelte dabei die ihm eigene 3D Technik, die er auch in seinen späteren Werken häufig verwendete. Bereits kurz nach Beendigung seines Studiums hatte Rizzi die Gelegenheit, seine Bilder im Brooklyn Museum in New York im Rahmen der Veranstaltung "Thirty Years of American Printmaking" neben Künstlern wie Andy Warhol, Frank Stella und Roy Lichtenstein auszustellen. Nach und nach interessierten sich auch andere Museen und Galerien für seine Malereien. Dieses Interesse steigerte sich weiter, als er begann, auch Platten- und CD-Cover sowie Rosenthal-Porzellan und vieles mehr zu gestalten.

Nach seiner Rückkehr aus Florida zog er in den Stadtteil Soho in ein Ladengeschäft. Dieses nutzte er sowohl zum Wohnen als auch für seine Arbeit. Nachdem er eine Zeit lang seine Werke für geringe Preise auf der Straße verkauft hatte und sich in verschiedensten Galerien vorstellte, bot ihm die Multiple Impressions Gallery schließlich eine Probeausstellung an und seine Karriere nahm somit ihren Lauf. Es folgten zahlreiche Ausstellungen in verschiedenen Museen und Galerien sowie Buchproduktionen. Auch mit deutschen Organisationen arbeitet er zu wohltätigen Zwecken zusammen und spendete beispielsweise den Erlös der limitierten und signierten Edition der Lithographie an die Opfer des Hurrikans in New Orleans. Auch die Partnerschaft für ein Schulprojekt des Lakota-Indianerstammes übernahm er.

1999 designte er schließlich drei Beatles für die Volkswagen AG, nachdem er einige Jahre zuvor bereits zum 40. Jubiläum der Fluggesellschaft Condor die Außenfläche einer Boing 757 gestaltet hatte, welche den Namen Rizzi Bird trägt.

Bekannt ist James Rizzi vor allem für seine bunten, etwas kindlichen und lebensfreudigen Bilder, in denen die Stadt New York, ihre bekannten Orte und ihre Bewohner oft wiederzukennen sind. Seine 3D Technik machte ihn bekannt und charakterisierte ihn. Die Kunstpresse bezeichnete ihn einst als „ Urban Primitive Artist“, da sich seine Werke auch durch eine einzigartige Einfachheit in ihrer Darstellung auszeichnen.

Rizzi starb am 26.12.2011 in seinem Studio in Soho. 2012 gab es eine James-Rizzi-Gedenkausstellung Ausstellung in der internationalen Kunstakademie Burg Hengebach in Heimbach.

 

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20.08.2015 - 20:47 | James Rizzi

Die Neuen Wilden: Expressiv-naive Kindergartenkunst

Als der Museumsdirektor Wolfgang Becker zu Beginn der 80er Jahre über die farbenfroh-naive, anti-intellektuellen Kunst der Neuen Wilden spricht, ergeht es ihm wie rund 80 Jahre zuvor dem Pariser Kunstkritiker Louis Vauxelles, der anlässlich einer Ausstellung im Salon d'Automne ironisch bemerkt: "Sieh da, Donatello umgeben von wilden Bestien!" Sowohl Vauxcelles als später auch Becker meinen ihre Wortschöpfungen durchaus abwertend – und geben dennoch zwei jungen Bewegungen ihren Namen: Während Vauxcelles 1905 den Ausdruck "Fauves" (dt. 'die Wilden') für die französischen Expressionisten prägt, gibt Becker den jungen deutschen und österreichischen Künstlern einen Namen: Die Neuen Wilden sind geboren.

Die Neuen Wilden in den Spuren der (alten) Wilden

Rainer Fetting – Nordische Landschaft

Die Ähnlichkeit der Bezeichnung kommt nicht von ungefähr, denn obgleich den Fauvismus und die Neuen Wilden beinahe ein ganzes Jahrhundert trennt, haben sie vieles gemeinsam: Beide Gruppierungen sind heterogen, arbeiten ohne explizites Programm und setzen auf naive, extrem bunte Farbigkeit. Außerdem entstehen beide Stilrichtungen gleichsam in Rebellion gegen ein akademisches Kunstverständnis, dass zu Zeiten der Fauvisten durch die Pariser "Académie des Beaux-Arts" repräsentiert wird: Die wohlstandbedingte Apathie der künstlerischen Szene der späten 70er Jahre führt zunehmend zu Repressionen gegen Künstler und Künstlerinnen, die so gezwungen werden sollen, ihre Arbeiten dem "intellektuellen" Stil anzupassen. Die wichtigste Gemeinsamkeit liegt jedoch in den künstlerischen Mitteln, aufgrund derer die Kunst der Neuen Wilden auch häufig als neoexpressionistischer Stil bezeichnet wird.

Die Neuen bzw. Jungen Wilden stehen in der Tradition von Dadaismus, Fluxus und der italienischen Transavangarde und lehnen den konventionellen Kunstbegriff kategorisch ab. Parallel zu den Umwälzungserscheinungen in Deutschland und Österreich, welche sich in Berlin, Hamburg, Köln und Wien zentrieren, formiert sich auch in den USA eine neoexpressionistische Gruppierung, die als "New Image Painting" bzw. "Wild Style" bezeichnet wird. Etwa zeitgleich entsteht in Frankreich die "Figuration Libre". Heute wird die Bezeichnung Neue Wilde häufig nicht auf die Kunst bezogen, die in dieser Bewegung entstanden ist, sondern vielmehr auf die Künstler und Künstlerinnen selbst, die in kulturellen Zentren der Zeit (allen voran Berlin) wilde Exzesse feierten und berühmt waren für ihre sexuellen Eskapaden.

Die Expressivität der Neuen Wilden: „Heftige“ Malerei

Um eine klare Abgrenzung der Neuen Wilden von ihrer jeweiligen Kunst zu schaffen, entsteht Ende der 80er Jahre eine neue Bezeichnung: Die Kreationen der Neuen Wilden werden fortan als "Heftige Malerei" bezeichnet. Genau wie die Fauves setzen sie vor allem auf eines: Auf Farbe – und zwar auf reine Farbe. Wie 80 Jahre zuvor die "Académie des Beaux-Arts", sehen sich nun die reaktionären Kunst- und Kulturkritiker in Österreich und Deutschland mit zwar durchaus traditionellen Motiven wie Landschaften, Stillleben und Portraits konfrontiert, die jedoch gänzlich antinaturalistisch gestaltet sind: Verschwimmende Konturen lassen Vorder- und Hintergrund ineinander übergehen und bilden so die hauptsächlichen Gestaltungsmerkmale für die gezielte Formlosigkeit dieser "wilden" Kunst.

Die extrem großformatigen Bilder sind häufig durch Neonfarben ergänzt und mit Graffiti-Elementen durchsetzt, die sich dem schwungvollen Pinselstrich angleichen und einen Kontrast zur betont malerischen Gestaltung bilden. Genau wie im Expressionismus werden die Kunstwerke hier zum subjektiven Ausdruck der Emotionen, Ängste und Sehnsüchte des Künstlers. Trotz der bisweilen dunklen Themen versteht die Heftige Malerei sich als betont lebensbejahende und naiv-fröhliche Kunst, die mit ihren Bildern erzählen, erfreuen und einen künstlerischen Raum schaffen will, der "mehr nach Kindergarten als nach ästhetischem Laboratorium schmeckt". Bedeutende Vertreter der Neuen Wilden sind u.a. Werner Büttner, Albert Oehlen und Martin Kippenberger in Hamburg, die sich dezidiert sozialen Themen zuwenden, und die Kölner Gruppe "Mühlheimer Freiheit", die sich selbst nach ihrem Atelier benannte. In beiden Gruppierungen entstehen viele Werke in gemeinschaftlicher Arbeit.

Helmut Middendorf – Elektrische Nacht

HEN-Magonza - Helmut Middendorf, Elektrische Nacht – flickr.com

Das bekannteste Mitglied des Berliner Kreises ist der Maler Wolfgang Cilarz, der für seinen freizügig-erotischen Performances und die Beschäftigung mit der Verbindung von Sexualität und Kunst berühmt geworden ist. Ein weiterer Vertreter der Berliner Gruppierung ist Rainer Fetting, der für seine Portraits und Landschaftsbilder, beispielsweise die "Nordische Landschaft 1" bekannt geworden ist (siehe Bild oben).

Ein weiteres Mitglied der Berliner Gruppe fällt durch besondere Expressivität auf: Helmut Middendorf erschafft Kunstwerke von unglaublicher farbiger Dynamik, so etwa in dem Bild "Elektrische Nacht" von 1979 (siehe Bild). Aufgrund ihrer unkonventionellen, freidenkerischen Art, werden die Neuen Wilden häufig in Verbindung zu Protestbewegungen wie Punk oder New Wave in Verbindung gebracht.

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19.08.2015 - 14:09 | Kunst

Fluxus: Einheit von Kunst und Leben

„Das Leben ist ein Kunstwerk, und das Kunstwerk ist Leben.“ Dieser Satz, der die Identität der Kunst mit dem Leben beschreibt, stammt von dem Publizisten Emmett Williams, der zugleich Mitbegründer und wesentlicher Protagonist der Fluxus-Bewegung ist. Dieser Stil der Aktionskunst, der sich in den 1960er Jahren entwickelt, ist neben dem Dadaismus, dem Happening und der Body Art ein weiterer Angriff auf die elitäre „Hochkunst“ des Bürgertums und versucht, eine neue Perspektive zu schaffen, indem sie die traditionellen Formen der Bildenden Kunst überschreitet.

Fluxus als Teilströmung der Aktionskunst

Dieter Roth – Schweiz Hutsalat

Fluxus entwickelt sich, getragen von einzelnen Persönlichkeiten aus der New Yorker Musik- und Literaturszene, Mitte des 20. Jahrhunderts als Teil der künstlerischen Avantgarde, für welche die Trennung von Künstler und Kunstwerk, wie es in der traditionellen Bildenden Kunst der Fall ist, nicht mehr haltbar ist. Direktes Ergebnis der avantgardistischen Bestrebungen ist die Aktionskunst, zu der auch die Fluxus-Bewegung zählt, und die gegen den bürgerlichen, als zu „eng“ und „elitär“ empfundenen Kunstbegriff revoltiert. Indem die Aktionskunst nach neuen medialen und performativen Ausdrucksformen sucht, überschreitet sie die Grenzen der traditionellen Kunst und bezieht erstmals auch das Publikum in den Schaffensakt mit ein (so beispielsweise beim Happening oder auch unterschiedlichen Formen der Body Art). Zu klassischen Techniken der Bildhauerei und der Malerei gesellen sich nach und nach auch neuartige Medien wie Fotografie, Video und Film, wodurch die Künstler in die Lage versetzt werden, auch den prozesshaften Charakter des künstlerischen Aktes abzubilden (siehe hierzu auch Prozess- bzw. Konzeptkunst): Die Arbeit an dem Kunstwerk wird hier erstmals als Teil des Kunstwerks selbst begriffen.

Die wichtigsten Impulse erhält die Bewegung durch den Dadaismus, jener satirischen und kämpferischen Bewegung, die um 1915 als Protest gegen den Ersten Weltkrieg und den wachsenden Nationalismus des Bürgertums entstanden war. Anders als ihre surrealistischen „Erben“ in Frankreich, strebten die Dadaisten nicht nach einer neuen Kunst und einer neuen ästhetischen Wirklichkeit, sondern erklärten Zufall und Sinnlosigkeit zu ihrem Programm. Während der Zufall auch im Fluxus eine wichtige Rolle spielt, handelt es sich bei den Werken von Künstlern wie:

  • Emmett Williams,

  • Robin Page,

  • Joseph Beuys,

  • Daniel Spoerri (nur zeitweise) und

  • Beatle-Ehefrau Yoko Ono

jedoch nicht um einen Protest ohne Inhalt. Im Gegenteil: Fluxus ist dezidiert politisch und antwortet auf den undurchsichtigen Kunst- und Politikbetrieb nach dem 2.Weltkrieg.

Fluxus – der fließende Übergang zwischen Kunst und Leben

Im Fluxus wird der politisch motivierte Gedanke der Aktionskunst noch einmal gesteigert, indem die Bewegung den künstlerischen Schaffensakt nicht mehr als singuläres Ereignis gleichsam außerhalb der sozialen Wirklichkeit begreift, sondern ihn zum Teil dieser Wirklichkeit werden lässt: Kunst soll präsent und „anfassbar“ sein. Aus diesem Grund sind im Fluxus weder Anfangs- noch Endpunkte markiert, da jedes Ereignis seine eigene Dynamik entfaltet und gleichsam „open end“ gestaltet wird. Auf diese Weise soll sich ein nicht fixierter, fließender Übergang zwischen Kunst und Leben entwickeln. Diesem Ideal entspricht auch der Name der Bewegung, welcher an das lateinische Verb „fluere“ (= dt. 'fießen') angelehnt ist, und erstmals im Jahre 1960 als Titel für eine Zeitschrift verwendet wird, die der amerikanische Künstler George Maciunas gemeinsam mit dem litauischen Galeristen Almus Salcius plant. Zwar wird die geplante Zeitschriftenreihe niemals herausgegeben, doch nichtsdestotrotz gelingt Maciunas hiermit die nominale Abgrenzung des Fluxus gegen andere Strömungen der Aktionskunst.

Anstelle von Nacktheit, Kunstblut und blinder Zerstörungswut (so etwa der Fall bei der Aktionskünstlerin Gina Page, die sich Anfang der 70er Jahre live und vor Publikum mit Rasierklingen schnitt), setzt die Fluxus-Bewegung mehrheitlich auf ästhetische Ausdrucksmittel. Unter diesen tritt insbesondere die Musik hervor, da viele Fluxus-Anhänger der ersten Stunde wesentlich von den experimentellen Kompositionen John Cages an der "New School for Social Research" beeinflusst sind und kurzerhand jede Schwingung zu einem musikalischen Vorgang erklären. Auf diese Weise überführen sie alltägliche Abläufe und scheinbar absurde Handlungen in musische Partituren, welche auf einem erweiterten Verständnis von Musik basieren.

Emmett Williams: "Fluxus begriff das gesamte Leben als ein Stück Musik, als einen musikalischen Prozess. Ich denke, der Ursprung des ganzen Skandals waren nicht die verschiedenen Fluxus-Aktionen, sondern vielmehr die Philosophie, die dahinter steckte. Die Idee, dass alles Musik sein kann, ist das überzeugendste und zugleich charakteristische Merkmal und macht Fluxus zu einer in sich geschlossenen Sache."

Da Fluxus sich als globale und weltweit agierende Bewegung versteht und auch auf dem europäischen Kontinent bedeutende Vertreter hat - so etwa Joseph Beuys, Dieter Roth (siehe Poster: Schweiz Hutsalat) und Wolf Vostell- , organisieren die Fluxus-Begründer George Maciunas, Ben Patterson, Emmett Williams, Gerorge Brecht, Dick Higgins, Joe Jones und Nam June Paik bereits im Gründungsjahr Konzerte in Wiesbaden, Kopenhagen und Paris. Im Jahr darauf folgen musikalische Events in London, Nizza und Amsterdam. Weltweite Bekanntheit hat jedoch vor allem das erste Festival in Wiesbaden im Jahre 1962 erlangt, das drei Wochen lang andauerte und den Auftakt für die folgenden Konzerte bildete, die stets nur mit einem skizzenhaften Programm versehen sind, um den Künstler möglichst viel Freiraum in der Gestaltung zu gewährleisten.

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19.08.2015 - 14:02 | Kunst, Allgemein

Action Painting: Die dynamisch-unbewusste Kunst

Der Surrealismus der Golden Fifties: Als in den späten 1940er Jahren die ersten Amerikaner beginnen, ihre Leinwände von der Staffelei auf den Boden zu verlagern und ihre Pinsel durch Holzstöcke, Farbeimer und Walzen zu ersetzen, erinnert das sehr an einen französischen Kunststil, der sich rund dreißig Jahre zuvor in Frankreich entwickelt hatte. Anders jedoch als der Surrealismus, dessen Werke programmatisch die Realität in Frage stellen, geht es im sog. Action Painting speziell um die Gegenständlichkeit des Bildes und die Erfahrung im künstlerischen Schaffensprozess. Das Action Painting entsteht als eine Strömung innerhalb des amerikanischen Expressionismus. Der bedeutendste Vertreter des Stils ist Jackson Pollock (siehe Bild).

Who is Who? Action Painting und die Kunstszene um 1950

Jackson Pollock – Number 32

Der Begriff 'Action Painting', 'Actionpainting' oder 'Aktionskunst' geht auf den amerikanischen Kunstkritiker Harold Rosenberg zurück, der 1952 einen Aufsatz über die neuartigen und ungewöhnlichen Gestaltungsmethoden des amerikanischen Expressionismus veröffentlicht und diesem die Überschrift „The American Action Painters“ gibt. Ab diesem Zeitpunkt hat die Bewegung zwar einen Namen, ist jedoch nicht klar von anderen Strömungen abgrenzbar. Als Unterkategorie der abstrakten Malerei steht sie den europäischen Erscheinungen von Tachismus und Informel nahe, das Dogma des unterbewussten Gestaltungsaktes rückt sie in die Nähe zur „Écriture automatique“ (Automatisches Schreiben) der Surrealisten. Die Tatsache, dass dem Kunstwerk im Action Painting keine konkrete Idee vorangeht und am Ende auch kein homogenes, in irgendeiner Weise definiertes Ergebnis steht, erinnert an die Techniken des Dadaismus.

Auch über die Genese der Gestaltungsprinzipien lässt sich keine definitive Aussage treffen, da beispielsweise nicht klar ist, ob Techniken wie das „Drip-Painting“ oder das „Schüttbild“ durch das Action Painting geprägt wurden oder ob Künstler, die der Aktionskunst zugeordnet werden, sich dieser Techniken zwar bedient, sie jedoch nicht „erfunden“ haben.

Dynamik und Unbewusstheit: Die Gestaltungsprinzipien der Aktionskunst

Das Action Painting löst sich komplett vom traditionellen Bild des Künstlers, der à la Monet oder Degas, den Pinsel in der einen, die Palette in der anderen Hand, sinnend vor seiner Staffelei steht: Der Schaffensprozess beginnt ohne konkrete Idee und Vorgaben – es gibt keinen Entwurf, keine Vorzeichnung und Vorstellung davon, was am Ende herauskommen soll: Action Painting ist limitiertes Chaos. Limitiert, weil es sich auf einen Malgrund beschränkt, der von der großen Leinwand über Stoffe und Holzpaletten so gut wie alles sein kann. Die Hauptsache ist, dass er ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit bietet. Aus diesem Grund arbeiten die Aktionskünstler häufig auf dem Boden, damit sie sich auch über ihrem Malgrund bewegen und so ihren gesamten Körper in den Schaffensprozess einbinden können. Gemalt, gewalzt und gespachtelt wird mit Öl-, Acryl-, Aluminium- und Gouachefarben, die häufig einfach direkt aus der Tube auf den Malgrund gespritzt, getröpfelt (das sog. Tropfbild) oder in großen Mengen über die Leinwand geschüttet und gegossen werden. Viele Aktionskünstler arbeiten auch mit vollem Körpereinsatz, indem sie mit den Händen malen, sich über die Leinwand rollen oder Fußabdrücke auf ihr hinterlassen.

Nana - Niki de Saint Phalle

american_rugbier - Nana by Niki de Saint Phalle – flickr.com

Entscheidend ist, dass der Künstler das Werk erst im Schaffensprozess überhaupt „kennenlernt“, sich mit ihm vertraut macht und mit ihm gemeinsam eine eigene Dynamik entwickelt, in welcher es weiterwächst. Die Künstler versuchen, das bewusste Denken auszuschalten und sich ganz der Gestaltung und dem Farbrausch hinzugeben, damit das künstlerische Unterbewusstsein und die Stimmung des Augenblicks die Kontrolle übernehmen können. Entsprechend besitzen Bilder der Aktionskunst weder hierarchische noch perspektivische Organisation oder figurative Darstellung: Die Dynamik im Bild entsteht immer nur dadurch, wie weit der Pinsel bzw. Das jeweilige Arbeitsgerät vom Malgrund entfernt ist: Hockt der/ die Künstler auf dem Bild, entstehen andere Effekte, als wenn er oder sie die Farbe aus der Ferne aufbringt. Beispielhaft für einen relativ großen Abstand zwischen Künstlerin und Kunstwerk sind die "Schießbilder" der französisch-schweizerischen Malerin und Bildhauerin Niki de Saint Phalle, die durch ihre überlebensgroßen "Nana"-Skulpturen bekannt geworden ist.

Jackson Pollock: Tropfbilder & Dripping

Kein anderer Name ist so sehr mit der Aktionskunst verbunden wie der Jackson Pollocks, welcher noch heute als der wichtigste Vertreter dieses Kunststils gilt. Pollock war der erste „Mutige“, der die traditionellen Malmittel hinter sich ließ, und die Farbe direkt aus den Tuben auf die Leinwand spritzte bzw. aus Dosen auf den Malgrund tropfen ließ oder mit Kellen darüber ausgoss. Besondere Bekanntheit haben in diesem Zusammenhang Pollocks „Tropfbilder“ (1948) erlangt, die Sie auch bei uns in der Galerie entdecken können. Die Tropfbilder entstehen durch das sog. „Dripping“, dem Ausgießen oder Ausschütten der Farbe (in der Regel Farblacke) direkt über der Leinwand.

Durch die Technik entfaltet sich auf dem Malgrund eine regelrechte Landschaft fein gesponnener, dynamisch ineinandergreifender und vielschichtiger „Netze aus Farbspuren und Farbfäden“, die kunsthistorisch auch als „All over“ bezeichnet wird.

Weitere Vertreter der amerikanischen Aktionskunst sind:

  • Norman Bluhm,

  • Franz Kline und

  • Helen Frankenthaler

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19.08.2015 - 13:55 | Kunst

Klassizismus: Sehnsucht nach Antike und italienischer Renaissance

In gewisser Weise ist Kunst immer Nachahmung: Jedes Motiv ist schon einmal gemalt, gezeichnet oder gesprayt worden und jeder Künstler bzw. jede Künstlerin ist einer Vielzahl von Einflüssen ausgesetzt ist, die seine bzw. ihre Arbeit prägen. Um 1800 bildet sich mit dem Klassizismus bzw. der Neoklassik in Kunst und Architektur jedoch eine Bewegung heraus, die in dem Stil vergangener Epochen nicht nur ein inspirierendes Vorbild sieht, sondern diese dezidiert kopiert. Das "Begehren" der klassizistischen Künstler richtet sich dabei vor allem auf die klassische Antike und die Formensprache der italienischen Renaissance.

Franz-Xaver Winterhalter Gemälde

 

Irina - Franz Xaver Winterhalter - Portrait of Empress Maria Alexandrovna – flickr.com

Der Begriff "Klassizismus" wird häufig mit der Epoche der klassischen Antike verwechselt. Während diese jedoch die Geschichte des antiken Griechenland, des Hellenismus und des darauf folgenden Römischen Reiches bezeichnet, bedeutet "Klassizismus" die Rückwendung (und häufig auch das Kopieren) zu der künstlerisch-architektonischen Formensprache der Antike. Kunstgeschichtlich ist die klassizistische Epoche auf den Zeitraum zwischen 1770 und 1840 datiert und löst den Spätbarock bzw. das Rokoko ab. Die nicht-europäische Bezeichnung für den Klassizismus lautet "Neoklassik", die wiederum nicht mit den neoklassizistischen Strömungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu verwechseln ist.

Ab 1840 wird der Klassizismus in der Architektur vom Historismus abgelöst, einer eklektischen Strömung, die auf unterschiedliche architektonische Stile, darunter etwa Romanik, Gotik, Barock und Renaissance, zurückgreift und deren Formensprache nicht nur kopiert, sondern die einzelnen Elemente miteinander kombiniert und steigert. "Geistige" Wegbereiterin des Klassizismus ist die Aufklärung, welche dem gefühlsbetonten Rokoko klare Strukturen und das Primat der Vernunft entgegensetzt.

Klassizistische Architektur: Sehnsucht nach der (griechischen) Antike

Der Klassizismus versteht sich bereits in seiner frühen Phase als künstlerisches Gegenprogramm zu der ausladenden, verschnörkelten Formensprache des (Spät)barock und der ornamentalen, aufwändigen Kunst des Rokoko: Durch die Sehnsucht nach natürlichen und schlichteren Formen wird die Erforschung der antiken Kunst und Architektur vorangetrieben, wie sie beispielsweise die Athener Akropolis aufweist. Da die klassische Architektur sich insbesondere durch einfache Formen sowie klare Linien und Gliederungen auszeichnet, werden diese schlichten, aber eindrucksvollen Grundformen in der Architektur zum Vorbild. Bedeutend für die Wiederentdeckung der klassischen Formensprache ist in Deutschland vor allem der Bibliothekar und Kunsthistoriker Johann Joachim Winckelmann. Fortan bildet das geometrische Formeninventar von Quadrat, Kreis, Kugel und Pyramide den Grundstein der klassizistischen Architektur.

Beispiele für klassizistische Architektur sind:

  • das Neue Potsdamer Tor in Berlin,

  • die St.-Pauli-Kirche in Hamburg und

  • der Triumphbogen in Paris sowie

  • die Gloriette in Schönbrunn (Wien).

Ein bekannter klassizistischer Architekt aus Deutschland ist Karl Friedrich Schinkel, der u.a. den Zentralbau der Nikolaikirche in Potsdam entworfen hat.

Klassizistische Malerei: Sehnsucht nach der italienischen Renaissance

Während die klassizistische Architektur ihr Vorbild in den klassischen griechischen Tempelbauten sieht, orientiert sich die Malerei dieser Zeit vornehmlich an der Italienischen Renaissance, die kunstgeschichtlich etwa auf das 15. und 16. Jahrhundert datiert ist. Da allerdings auch die Renaissance sich sowohl die bildnerische Formensprache als auch das Wissen und die philosophischen Vorstellungen der griechischen und römischen Antike zu eigen gemacht hatte, prägen Elemente wie idealisiertes Ebenmaß und Harmonie, sowie idealisierende Darstellung der Natur sowohl die Architektur als auch die klassizistische Malerei. In Letzterer werden schon bald Kriterien und Richtlinien zur Erzeugung jener "richtigen" Kunst festgelegt. Parallel zum Klassizismus entsteht in der Bildenden Kunst (und der Literatur) auch die Bewegung der Romantik, welcher den vernunftzentrierten, an der Aufklärung geschulten Denkstrukturen der klassizistischen Epoche eine Art Gefühlskult entgegensetzt.

Die klassizistischen Maler lösen sich von den allegorisch-symbolischen Motiven der Barockzeit und orientieren sich an klassischen literarischen Szenen der griechischen und römischen Antike. Ziel ist es, die „Fehler“ der realen Erscheinung im künstlerischen Kunstwerk auszugleichen und der Wirklichkeit eine idealisierte Fassung ihrer selbst entgegenzustellen. Zu diesem Zweck verbringen klassizistische Künstler wie François Gérard, Antoine-Jean Gros und Gottlieb Schick viel Zeit mit dem Studium der „alten Meister“ in Museen und Kunsthäusern, um sich mit den Gestaltungsregeln der antiken Kunstwerke vertraut zu machen. Der pastose, extrem intensive Farbauftrag des Barock und Rokoko weicht zunehmend einem flächigen Farbauftrag, welcher der harmonischen Gesamtkomposition entspricht. Ausdruck dieses festen Regelwerks ist auch die „Ecole des Beaux-Arts“ in Paris, die erst während der künstlerischen Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts an Einfluss verliert.

Bekannte klassizistische Gemälde sind u.a. das „Bildnis des Johann Jochamin Winckelmann“ der deutschen Künstlerin Angelika Kauffmann aus dem Jahre 1764, der „Schwur der Horatier“ des Historienmalers Jacques-Louis David von 1784 und ein Bildnis der österreichischen Kaiserin Elisabeth (Sissi) aus dem Jahre 1865, gemalt von Franz Xaver Winterhalter (Beispielgemälde siehe oben).

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19.08.2015 - 13:43 | Kunst

Minoische Kunst aus Kreta: Meister der Wandmalerei

Als ein gewaltiges Erdbeben um 1700 vor Christus auf Kreta die alten Paläste einer der rätselhaftesten frühen Kulturen der Welt zerstört, macht es zugleich den Weg frei für die Minoische Hochkultur, während derer sich die minoische Freskomalerei zur Meisterschaft entwickelt. Die Minoer, deren Name auf den mythischen Despoten Minos zurückgeht, bauen die Paläste wieder auf – und das prunkvoller als jemals zuvor. Während der darauf folgenden "Neupalastzeit" entstehen Kunstwerke, die bis heute ihresgleichen suchen.

Minoische Kunst und Kultur

Die Minoische Kultur existiert ca. seit dem sechsten vorchristlichen Jahrtausend und wird kunsthistorisch in die Vor-, die Alt-, die Jung- und die Nach-Palastzeit eingeteilt. Obgleich die Minoer in der Vorpalastzeit, welche in die Bronzezeit fällt, noch weitestgehend im Schatten der Ägypter und Mesopotamier stehen, sind schon für diesen Zeitraum wachsende künstlerische Fertigungsweisen belegt. Verschiedene Funde kunstvoller Keramik und Goldschmucks als Grabbeigaben verraten für diesen Zeitraum deutlichen ägyptischen, anatolischen und mesopotamischen Einfluss.

In der Älteren Palastzeit, die etwa um 1900 v. Chr. beginnt, erlebt die minoische Kultur ihre erste Blütephase durch die merkantile Vormachtstellung im östlichen Mittelmeer und die guten Handelsbeziehungen zu Ägypten. In diese Zeit fallen der sog. "Kamaresstil", benannt nach Keramik-Funden in der Kamaresgrotte im Ida-Gebirge. Die Ältere Palastzeit verdankt ihren Namen den mehrstöckigen Palastanlagen von Malia, Festos und Knossos, welche mit weitläufigen Hofanlagen und Wasserleitsystemen ausgestattet waren. Heute geht man davon aus, dass die Palastanlagen die religiösen und ökonomischen Zentren dieser frühen hochentwickelten Kultur waren.

Als die Paläste um 1700 durch ein Erdbeben zerstört werden, beginnt mit ihrem Wiederaufbau die "Jüngere Palastzeit" oder "Neupalastzeit", in welcher die prunkvollen Anlagen endgültig zu den wichtigsten Wirtschafts- und Kultzentren avancieren. Zu den wiedererrichteten Palästen in Knossos, Malia und Festos kommen noch Anlagen in Archanes, Kydonia und nahe der Küste Zakros hinzu. Die Handelsbeziehungen werden in dieser Zeit bis nach Italien und den vorderen Orient ausgedehnt, was sich u.a. als bedeutsamer Einfluss in den Handwerkskünsten manifestiert. Die Jüngere Palastzeit endet abrupt um 1450 v. Chr., als eine Feuerkatastrophe den Großteil der befestigten Städte und Paläste zerstört.

In der Forschung herrscht Uneinigkeit darüber, ob das Ende dieser Epoche durch den Ausbruch des Vulkans von Thera besiegelt wurde oder ob auch andere - möglicherweise kriegerisch-politische Aspekte - eine Rolle gespielt haben. Tatsache ist, dass auch die "Nachpalastzeit" nur noch wenige Jahrhunderte bestand und um 1100 v. Chr. durch die (vom griechischen Festland nach Kreta gelangten) Mykener beendet wurde, die den Palast von Knossos als Herrschersitz einnahmen.

Die Neupalastzeit: Wiege der Minoischen Kunst

Nachdem die Paläste der Älteren Zeit um 1700 prunkvoller als jemals zuvor wieder aufgebaut worden waren, wurden sie zum Sitz der bedeutendsten Künstler jener Epoche, mit denen die Freskomalerei ihren qualitativen Höhepunkt erreichte. Hier entwickelt sich die "Al-fresco-Technik", die noch viele Jahrhunderte lang überall sonst unbekannt war: Bei dieser Technik wurden die farbigen Motive direkt auf den noch feuchten, mit einer Mischung aus Putz, Kalk und Tierhaaren verputzten Untergrund gegeben, damit sich Farbe und Malgrund auf einzigartige Weise miteinander verbinden konnten.

Die Farben wurden hergestellt, indem die Künstler Farbpigmente und Mineralien feuchtem Gips beimischten. Sobald der erste Nass-in-Nass-Auftrag an der Wand getrocknet war, wurden weitere Schichten aufgetragen und die Details mithilfe von feinen Bürsten ausgearbeitet. Am Ende dieses Prozesses stand eine Lasur aus Ei-Tempera (eine Mischung aus Eigelb, Leinöl und Wasser) und ein abschließendes Polieren. Berühmte Beispiele für diese Art des Wandfreskos sind das Delfin-Fresko und die Stierspringer-Szenen aus den Ruinen des Palastes von Knossos. Die dargestellten Szenen sind in der Regel zweidimensional und ohne jede Tiefenwirkung.

Die Paläste der Neupalastzeit weisen unterschiedlichste Arten von Fresken auf, welche jeweils auf die Beschaffenheit der Räumlichkeiten abgestimmt sind, in denen sie angebracht sind. So wurden Wandgemälde wie beispielsweise Landschaften eher zentral angeordnet und hielten zum Boden, zu den Fenstern und Türen einen immer gleichen Abstand ein. Die freigelassenen unteren Bereiche über dem Boden wurden ebenfalls verziert – entweder durch Marmorfliesen oder durch kleinere Wandgemälde in Marmor-Optik. Während die oberen Bereiche unterhalb der Decke mit schmalen Fresken versehen wurden, zierten die Decken spiralförmige Muster, Rosetten und Girlanden-Bordüren. Neben den Räumlichkeiten wurden auch Altäre und Balustraden mit Fresken verziert.

Die Fresken der minoischen Künstler sind erstaunlicherweise gänzlich frei von Huldigungen an jeweilige Herrscher oder andere politische Aussagen: Die Szenen zeigen häufig kultische Rituale, religiöse Symbole und Stätten, sowie Wettkämpfe wie etwa das Stierspringen. Neben den religiösen Themen finden sich auch viele Landschaftsdarstellungen, da die minoische Kultur sehr naturverbunden war. So zeigen die Fresken Flora und Fauna der griechischen Insel mit einem Schwerpunkt auf der Darstellung der Meereslebewesen, welcher in der kunstgeschichtlichen Forschung als sog. "Meeresstil" bekannt geworden ist. Doch auch der Alltag der minoischen Kultur, wie beispielsweise Hinweise auf Kleidung und Körper- bzw. Schönheitsideale, finden sich auf den Fresken der Neupalastzeit.

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19.08.2015 - 13:34 | Kunst

Otto Waalkes - Das Multitalent der besonderen Art

Wer ihn nicht kennt verpasst viel, wer ihn kennt ist beeindruckt. Musiker, Komiker, Comiczeichner, Schauspieler, Synchronsprecher, Multitalent! Spätestens jetzt wissen die Meisten von Ihnen bestimmt schon wen wir meinen, natürlich Otto Waalkes!

Doch der 1948 in Emden geborene Künstler besitzt noch ein weiteres, beeindruckendes Talent - die Malerei.

Eigentlich wollte Otto nach seinem Abitur ein Studium für freie Malerei beginnen, was leider an Studienplatzmangel scheiterte. Doch wie nicht anders zu erwarten gab Otto nicht einfach auf. An der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studierte er ab 1970 mehrere Semester Kunstpädagogik und Malerei. Sogar ein echtes Meisterwerk hat er geschaffen, "Junges Mädchen mit Schal und Pelzmütze", es zeigt seine damalige Freundin realistisch im Halbportrait gezeichnet.

Als Lehrer hat er jedoch nie gearbeitet. Sein Weg war zunächst von der Musik geprägt, bevor er sein komisches Potential entdeckte. Also gründete er 1972 seine eigene Firma „Rüssl Räckords“ deren Markenzeichen seine selbstentworfenen, süßen „Ottifanten“ sind, die aus Ottos Karriere nicht mehr weg zu denken sind. Sie zieren Schallplatten Cover, werden im, vom Künstler selbst eröffneten, „Dat Otto Huus“ als Plüschtiere verkauft und hatten sogar ihre eigene Comic Serie.

Der geborener Ostfriese liebt seinen Ostfriesentee. Wen wundert es da, wenn er sein Lieblingsgetränk auch in seine Malerei eingezieht indem er es als Malgrund verwendet?
Dafür gießt er reichlich von seinem geliebten Ostfriesentee in eine Badewanne und füllt diese dann mit kochendem Wasser auf. Das hochwertige Papier zieht Otto dann ganz persönlich solange durch den Tee bis der für den Maler charakteristische Braunton vollendet und so ein feinschattiges Papier für altmeisterlichen Zeichnungen geschaffen ist.

Otto Waalkes Lieblingsmotiv waren und sind natürlich seine Ottifanten, doch sein außergewöhnliches Talent beschert dem Betrachter noch viele weitere Facetten der Malerei. Eines seiner begehrtesten Bilder "Evolution", spiegelt seine ganz eigene Auffassung der Evolution wieder. Bei der Entwicklung beginnend beim Affen, trifft man auf weitere Verkörperungen im Leben des Künstlers, wie Sid aus Ice Age, den Zwerg Bubi, selbstverständlich den Ottifanten, bis man schließlich die Krone der Schöpfung, den Maler selbst erkennt. Auch seinen weiteren Werken hat der sympathische Künstler seinen charmanten Stempel aufgedrückt. So wird Kult Ikone Marilyn Monroe der Rock diesmal von Ottifanten hoch gepustet, Otto fordert mit einer Fahne mit dem Motiv "Weisser Adler auf weissem Grund" seinen Ostfriesentee und Udo Lindenberg, sein früherer WG Mitbewohner und guter Freund, wird per Cello von Ottifanten begleitet.

Otto sagte einmal über Udo Lindenberg er sei ein großartiger Freund mit dem er über alles reden und sich Rat holen kann. Auch Udo Lindenberg malt gerne und erfolgreich. Bei ihm sind die Likörellen was für seinen Freund die Ottifanten sind. Insider wissen, Udos gutem Rat verdanken wir das Glück Herrn Waalkes Werke bewundern zu können. Ottos Stil ist so einzigartig wie er selbst. Bösen Zungen, die ihm einem Mangel an Ideen vorwerfen, zum Trotz beweist er wieder einmal, dass er seine aus allen Altersstufen und sozialen Schichten immer wieder neu begeistern kann.

Otto Waalkes, im Herzen jung geblieben, hat sich über seine Bilder neu definiert und bereichert die deutsche Kunst um einen Baustein der ganz besonderen Art.

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04.08.2015 - 11:42 | Otto Waalkes

Likörelle von Udo Lindenberg

Udo Lindenberg kennt heute fast jeder. Er ist nicht nur als Sänger, Texter, Schauspieler und Trommler bekannt, sondern auch als Maler. Seine Likörelle sind unglaublich. Von Udo erfunden, werden die mittlerweile mit einem Patent versehenen Aquarelle mit Likör gemalt. Das sind Likörelle. Die Bezeichnung stammt von keinem anderen, als von Udo selbst. Für die Farbe Blau nimmt Udo zum Beispiel Blue Curacao oder für orange Töne Mandarinenlikör.

Waren es seit den 1970er Musikfans, die seine musikalischen Werke liebten, erhält der Künstler heutzutage auch sein Publikum in Ausstellungen und Galerien, wo seine „Panische Malerei“ erworben werden kann.

Seinen Bekanntheitsgrad hat Udo Lindenberg über Jahrzehnte behalten oder gesteigert und befindet sich auf dem Wege, mit seinen Bildern ein ewiges Denkmal zu setzen. Nicht nur seine engsten Fans kaufen seine Likörelle, sondern auch Anleger, die auf eine womögliche Wertsteigerung spekulieren.

Angeblich ist es Joseph Beuys gewesen, der Udo Lindenberg nicht nur zur Musik, sondern auch zum Malen inspirierte. Die Interpretation des Meisters lautet – alle sind Künstler und das in allen Bereichen des Lebens. Udo findet es als selbstverständlich, dass jeder seine entstandene Kreativität umsetzt, auch wenn er keine Kunstakademie oder so besuchte. Dann legte Udo einfach mit seiner Frechheit und Unbefangenheit los. Als erstes kreierte er Udogramme, minimale Zeichnungen in Form von Comics, die Frauen und Männer mit Hut darstellten. Aus diesem Segment formte sich seine Malerei, die ab 1995 ganze Gemäldereihen füllten. Zu einem späteren Zeitpunkt entstanden Udo Lindenberg / Likörelle, in dem man ursprünglich den Finger in einem Likörglas benetzte, um damit auf Papier zu malen.

Vielleicht war es eine „Likörlaune“, die den Musiker auf die Idee brachte, Bilder aus Alkohol zu malen und die farbgebenden Mittel in Form von Likören zu verwenden. Udo stand immer wieder im Rampenlicht und durch den Begriff Likörelle gelangten die ersten Bilder an die Kunden. In seinen Bildern gibt Udo nicht nur seinen Tagesablauf, sondern auch bekannte Momente wie der Sonderzug oder die Andrea Doria wieder.

Jeder muss selbst überlegen, ob mit der Signatur von Udo Lindenberg tatsächlich Kunst erworben wird. Es gibt ausgereifte und auch bedeutend schlechtere Bilder, die berühmt wurden. Es spielt keine Rolle, aus welchen Gründen diese Bilder bei der Galerie Zimmermann & Heitmann gekauft werden, hinter diesen Kunstwerken ist immer ein Teil der öffentlichen Person von Udo Lindenberg verborgen.

Die anfänglichen Likörelle sind in ihrer Farbgebung sehr zurückhaltend und es sollten auch Gemälde entstehen, die tatsächliche Eyecatcher sind. Dabei erweiterte Udo seine Malerei mit verdünnten Acrylfarben, dessen Kunst er auf Papier brachte. Dort sind leuchtendes Rot, Blau, Grün, Orange und kräftiges Gelb anzutreffen. Zusätzlich werden die Bilder von Udo durch Zitate aus Songs oder der Überschrift einer Tournee ergänzt.

Die Thematik seiner Werke findet sich auch in seiner Musik wieder. Zwischenmenschliche und politische Anliegen sind dort genauso zu finden wie Sex und Alkohol.

Auf regelmäßigen Ausstellungen ist die „Panische Malerei“ seit der Schaffensphase des Künstlers immer wieder zu bewundern. Mindestens eine dieser Präsentationen wurden von 1996 bis 2012 deutschlandweit vorgenommen. Dies stellt unter Beweis, die Udo Lindenberg / Likörelle sind für den Musiker keine einfallslose Idee, die eine Zeit lang existieren, um anschließend bedeutungslos verschwinden.

Wer einen „Udo Lindenberg“ sofort vom Tisch des Malers kaufen möchte, so geschieht das in den meisten Fällen nur über eine Galerie. Die Galerie Zimmermann & Heitmann bietet die Gelegenheit, das Zertifikat des Erstbesitzers zu erwerben. Eine direkte Verbindung des Bildes zum jeweiligen Künstler stellt für viele Sammler etwas Spezielles dar.

Wird beabsichtigt, keine Ausstellung zu besuchen, die auf der Homepage des Künstlers angezeigt wird oder wer die Wartezeit verkürzen möchte, hat die Chance, die Werke in dauerhaften Ausstellungen oder in autorisierten Galerien zu betrachten. Auf der Internetseite der Galerie Zimmermann & Heitmann können die Werke von Udo Lindenberg bestaunt und auch sofort per Fax bestellt werden.

Jedes Bild von Udo Lindenberg ist ein Unikat mit einer Signierung, einer Betitlung und mit einem Echtheitszertifikat ausgestattet.

Für einen Wertzuwachs können die Udo-Lindenberg-Bilder mit Gewinn weiterverkauft werden, falls private Anbieter die in ihrem Besitz befindliche „Panische Malerei“ wieder verkaufen möchten. Die höchste Wertsteigerung wird dadurch erzielt, wenn zum Beispiel das Bild sehr tief unter dem üblichen Preis angeboten wird.

Es sollte hierbei darauf geachtet werden, nicht unbeabsichtigt einen Druck zu erwerben. Sie werden selbstverständlich zu sehr günstigeren Preisen offeriert als ein Original, welches zu einem Preis von etwa 3000 Euro angeboten wird.


Mittlerweile ist das kreative Schaffen des Malers Udo höher als seine musikalischen Auftritte. Deswegen wird es sicherlich auch noch eine längere Zeitspanne mit zusätzlichen Werken Udo Lindenbergs geben. Daher ist es sehr gut möglich, dass Udo Lindenberg / Likörelle, bezugnehmend auf die vorhandene Quantität, bei den Unikaten sehr gute Chancen auf eine Wertsteigerung haben.

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29.07.2015 - 13:45 | Udo Lindenberg

Happy Birthday - Mel Ramos feiert seinen 80. Geburtstag

Am 24. Juli 1935 erblickte Mel Ramos (alias Melvin John Ramos) - im Kalifornischen Sacramento - als Sohn portugiesischer Auswanderer - das Licht der Welt. Der junge Ramos studierte später am Sacramento Junior College sowie am Sacramento State College (wen wundert's ?) natürlich Kunst!

Der amerikanische Künstler dürfte heute zu einem der bedeutendsten Vertreter der Pop-Art Szene zählen. Sein damaliger Lehrmeister, Wayne Thiebaud, lehrte ihn in der Bay Area Figurative School, die sich später vom Amerikanischen Abstrakten Expressionismus löste. Seinen Durchbruch dürfte Ramos in den 60iger Jahren, durch die "Geburt" seiner weltberühmten und legendären Comicfiguren Superman, Batman sowie The Spectre, erfahren haben.

In seiner großen Leidenschaft schuf er - sinnigerweise - das weibliche Gegenstück zu Superman, nämlich sexy Wonder Woman und weitere Pin-Ups, die später eine Vielzahl von Werbecampagnen (z. B. als Coca-Cola-Girl, den Nackedei von Chanel No. 5. etc.) schmückten. Von feministischer sowie konservativer Seite erfuhr er allerdings, aufgrund der häufig doch - für die damalige Zeit - sehr "aufreizenden Darstellungen" auch reichlich Kritik, was ihn in seinem weiteren Schaffen allerdings nicht so sehr beeindruckte. Im Gegenteil! Nackte Schönheiten rekelten sich weiterhin auf einer dicken Havanna oder versüßten durch ihren Anblick so manchen Sckokoriegel. Es folgten seine berühmten "Animal Paintings", auf denen er Pin-Ups mit Tieren (in eindeutiger Pose) darstellte. Die Reaktionen auf diese Art der Werbung waren seinerzeit - ganz besonders im prüden Amerika - doch sehr gewaltig ...

Wenig später, in den 70iger Jahren, schuf der umstrittene Meister seine "Unifinished Pictures", wobei er subtile erotische Werke von Ingres, Modigliani sowie Manet durch seine sexy Pin-Ups ersetzte. Auch alte Skulpturen und Zitate waren Ramos nicht heilig. So trugen einige Serien, wie beispielsweise "The Transfiguration of Galatea" seine unverwechselbare Handschrift. Dass er in den Jahren 1966 bis 1997 an der California State University Hayward als Professor lehrte, dürfte daher nicht wirklich verwunderlich sein.

So folgte im Jahre 2010 die erste europäische Retrospektive des Künsters, die unter dem Motto "Mel Ramos - 50 Jahre Pop-Art" in der Kunsthalle Tübingen gezeigt und bewundert wurde. Aktuell - zu seinem 80. Geburtstag - widmete man (ihm zu Ehren!) im Ludwig Museum Koblenz, die Ausstellung "Mel Ramos - My Age if Pop".

Die außergewöhnlichen Werke des Jubilars, dem wir noch viele gesunde und kreative Jahre wünschen, erleben heute durch - den besonderen Retro-Look - ihr verdientes Comeback und sind nicht nur in den entsprechenden Ausstellungskatalogen zu bewundern. Unzählige Graffitis zieren heute unsere sonst so tristen Betonmauern in vielen Städten, an den Straßen und Autobahnen, in denen Superman, Wonder Woman & Co. ihr Unwesen treiben.

Geht man demnächst (mit dem Blick für das Wesentliche) durch's Leben, so wird einem vielleicht - in der U-Bahn oder im Wartezimmers des Zahnsarztes- ein Ramos-Werk begegnen, evtl. ausgerechnet dort, wo man es gar nicht vermuten würde. Möglicherweise ist ja in - oder auf - der Geburtstagstorte des Jubilars eines dieser hübschen Pin-Up-Girls (mit oder ohne Zigarre) zu sehen? Ob das Messer - zum Anschneiden der Torte - allerdings so scharf sein wird, wie die Motive des Geburtstagskindes, läßt sich nur erahnen ...

Seine Arbeiten unter www.zimmermann-heitmann.de/mel-ramos

 

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24.07.2015 - 23:40 | Mel Ramos
 

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