< Jörg Immendorff >
Ein politischer Künstler: Jörg Immendorff
Sein Werk charakterisierte Jörg Immendorf einmal so:"Ich hatte zu wenig Platz für malerische Elemente. Der Rahmen war zu eng, und das war der Punkt, wo ich allmählich nervös wurde. Zu der Haltung, dass Kunst und Politik - das heißt Moral - nicht voneinander zu trennen sind, stehe ich heute noch. So muss ich jeden Künstler für dumm erklären, der die Bedrohung durch Atomwirtschaft und Atomrüstung ignoriert. Denn wenn die ersten Bomben fallen, wackeln auch die Staffeleien." 1945 wurde Jörg Immendorff im niedersächsischen Bleckede geboren. Eine gewissen Bodenständigkeit, aber auch Sturheit die diesen Menschen dort nachgesagt wird, gehörte zu seiner Persönlichkeit.
Geprägt wurde das künstlerische Schaffen von seinem Lehrer an der Düsseldorfer Kunstakademie. Kein geringerer als Joseph Beuys unterrichtet dort ab 1964 den jungen Jörg Immendorff. Mit Lidl, einer politischen Kunstprojekt provozierte Jörg Immendorff als Aktionskünstler die Obrigkeit und die Öffentlichkeit. Zu seinem Lebenslauf gehörte ein Engagement bei der APO ebenso wie die Mitgliedschaft in der KPD.
Bevor sich Jörg Immendorff als freier Künstler betätigte arbeitete er als Lehrender für Kunst. Das Gegenständliche stand nie auf der Agenda von ihm. Politisch wollte Jörg Immendorff sein und mit seinen Bildern die Betrachter wach rütteln. So ist eine klare Kritik an der Gesellschaft im selbstgerechten Nachkriegsdeutschland das zentrale Motiv in etlichen Werken von Jörg Immendorff. Ein großer Bruch in seiner künstlerischen Vita ist die Arbeit als Historienmaler. Auf der Bienale 1976 nutzte Jörg Immendorff das Kunstfestival und seine Popularität um gegen die Zustände der Künstler in der DDR zu protestieren. Aus diesem Protest erwuchs die Motivation zu der Bilderreihe: „Cafe Deutschland“.
Doch Jörg Immendorff legte sich nicht auf eine Kunstrichtung fest. Plastiken und das Schaffen von spektakulären Bühnenbildern gehörten ebenso zu seinem künstlerischen Portfolio. Seit 1997 war Jörg Immendorff von einer heimtückischen Krankheit befallen. Sie hinderte ihn nicht daran für den, ebenfalls aus Niedersachsen stammenden, Bundeskanzler Schröder ein Aufsehen erregendes Portrait zu malen.















