GALERIE ZIMMERMANN

Jim Avignon - Ein schneller Maler

Jim Avignon (mit bürgerlichem Namen Christian Reisz) bezeichnet sich als den "schnellsten Maler der Welt". Seine Karriere begann in den neunziger Jahren in Berlin. Seine Arbeiten sind geprägt von dem Lebensgefühl der Techno-Generation, vor allem deren Schnellebigkeit. Der Maler ist extrem produktiv. Mitunter produziert er seine Bilder fast in Fließbandgeschwindigkeit. Gleichzeitig sieht er sich als Vertreter einer "cheap art": trotz seiner international anerkannten Bedeutung als Künstler verkauft er seine Arbeiten zu außerordentlich niedrigen Preisen. Jim Avignon sagt dazu. "Ich sehe mich als ewige Ein-Mann-Avantgarde gegen den Kunstmarkt."
Seine Malerei ist der Pop-Art verpflichtet; oftmals erinnern seine Werke in ihrer Comic-artigen Ästhetik an die Arbeiten Roy Lichtensteins. Sie sind großflächig und bunt, gleichzeitig aggressiv und verspielt ("Monkey in a TV-Show", "who is afraid of a friendly capitalism", "what to do with the man in blue"). Der 1966 in München geborene Künstler ist jedoch trotz seiner enormen Produktivität kein l'art pour l'art - Künstler. Seinen Arbeiten ist eine außerordentlich scharfe Gesellschaftskritik zu eigen, auch und gerade wegen derer oft tagesaktuellen Anlässe. Die comichaft verzerrten Gesichter und Gestalten in den Arbeiten des Künstlers verweisen deutlich auf die drastisch-provokativen Arbeiten des Berliner Malers George Grosz aus den zwanziger Jahren.
Ebenso wie Grosz zeigt Avignon den Verlust der Individualität als Preis der Schnelllebigkeit und Vergnügungssucht der kapitalistischen Gesellschaft. So produzierte er zu Beginn der neunziger Jahre eine Bilderserie, die sich über das sogenannte "easy going" der Clubwelt lustig machte, die Jim Avignon pejorativ als "Niedlichkeitswelt" bezeichnete. Ein prägendes Element seiner Arbeiten sind Motive aus der Tierwelt. In zahlreichen seiner Bilder entdeckt man Katzenmäuler, Hasenohren oder auch Vogelschnäbel. Auch daran zeigt sich ein Grundzug der Gesellschaftskritik des Künstlers: hinter der vermeintlichen "Niedlichkeit" der Welt, symbolisiert durch die Tiersymbolik, verbirgt sich der Verlust von menschlichen Ur-Eigenschaften wie Sehnsucht, Zärtlichkeit und Glückserfüllung. Jim Avignon lebt seit 2006 in New York.