GALERIE ZIMMERMANN

Biographie von Christo

Christo ist ein amerikanischer Künstler bulgarischer Herkunft. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Jeanne-Claude erlangte er weltweite Berühmtheit durch das Umhüllen von Gebäuden und das Verändern von Landschaften durch Folien. Das Künstlerehepaar ermöglichte durch ihr Schaffen neue Erfahrungen der Wahrnehmung. Zu ihren bekanntesten Arbeiten gehören die Verhüllung des Reichstages in Berlin, das Projekt „The Gates“ im Central Park von New York City und die Umhüllung der Brücke Point Neuf in Paris.
Christo Wladimirow Jawaschew wurde am 13. Juni 1935 in der bulgarischen Kleinstadt Gabrowo geboren. Schon in seiner frühen Kindheit machte sich sein künstlerisches Talent bemerkbar. Seit dem Jugendalter experimentierte er in der Textilfabrik seines Vaters mit Stoffbahnen. Im Jahr 1953 begann er sein Studium an der „Akademie für Schöne Künste“. Da der sozialistische Lehrplan der Entfaltung seines künstlerischen Talents im Weg stand, entschloss er sich 1957 zur Flucht nach Wien. Dort besuchte er für kurze Zeit die „Akademie der Bildenden Künste“, bevor er 1958 nach Paris zog.


In Paris lebte er in Armut, sein Geld musste er durch Portraitmalerei verdienen, eine Arbeit, die ihm zuwider war. Trotz seiner schlechten finanziellen Verhältnisse mietete er sich 1958 ein Atelier und widmete sich dort seiner Kunst – dem Verhüllen von Gegenständen. Im gleichen Jahr lernte er seine zukünftige Ehefrau, die Französin Jean-Claude Guillebon, kennen. Bald arbeitete das Paar nur noch im Team: ihr organisatorisches Talent ergänzte seine künstlerischen Fertigkeiten. Eines ihrer ersten gemeinsamen Projekte brachte sie 1962 in die Schlagzeilen, das ungenehmigte Projekt „Eiserner Vorhang - Mauer aus Ölfässern“, das sie in einer Pariser Nebenstraße präsentierten.


1964 zog das Ehepaar nach New York, das damalige Zentrum der modernen Kunst. Sie stellten ihre Werke in mehreren bekannten Galerien aus und nahmen einige große Projekte in Angriff. 1969 verhüllten sie einen Küstenstreifen in Australien. Fast zwei Jahre dauerte die Vorbereitungszeit für das Projekt „Valley Curtain“, bei dem ein Vorhang durch ein 400 Meter breites Tal in den Rocky Mountains gezogen wurde. Weitere berühmte Werke wie die Verhüllung der Pont Neuf und des Berliner Reichstages folgten. Eines der bekanntesten Werke wurde im Jahr 2005 realisiert: „The Gates“, ein 21 Millionen US-Dollar teures Projekt, bei dem im New Yorker Central Park 7503 gelb umhüllte Tore aufgestellt wurden.


Das Künstlerpaar finanzierte alle Projekte vollständig durch den Verkauf von Collagen, Zeichnungen und Originalmaterialien – alle Verhüllungsmaterialien wurden wiederverwertet. Für die Zukunft plant der Künstler weitere Projekte, jedoch ohne Jean-Claude, die im Jahr 2009 starb. Im Unterschied zu vielen anderen Künstler will Christo keine unsterblichen Werke erschaffen, sondern betont die Vergänglichkeit seiner Kunst.