Otto Piene

"Addis Abeba 03"
Technik: Siebdruck
Maße (BxH): 97 x 145 cm
Handsigniert: Ja
Entstehungsjahr: 1972
Auflage: 90
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Otto Piene
"Addis Abeba 03"
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Otto Piene – Feuerbilder und Lichtballette

Otto Piene erschafft seine Werke mit Licht – oder mit Rauch und Flammen. Otto Piene hat die Kunst weiterentwickelt und ist unter Kollegen weltweit anerkannt. Ein Künstlerstar wurde er allerdings nicht. Vielleicht weil Otto Piene's Werke schon immer ihrer Zeit voraus waren.

Otto Piene

Bekannt ist er in seiner Heimat Deutschland schon. Hier hat er zum Beispiel 1972 zur Abschlussfeier der Olympischen Spiele einen Regenbogen über dem Münchner Olympia-Stadion erstrahlen lassen. Und 2006 baute er „Das Geleucht“ auf der stillgelegten Zeche Rheinpreußen in Moers. Auch hier spielt Licht eine zentrale Rolle. Neben dem 30 Meter hohen Turm, einer riesigen Grubenlampe, tauchen 35 Leuchtmasten eine 8.000 m² große Fläche in rotes Licht.
Malerei und Philosophie
Zur Biographie: Otto Piene wurde 1928 in der Kleinstadt Bad Laasphe in Nordrhein-Westfalen geboren und studierte zwischen 1949 und 1953 Malerei und Kunsterziehung in München und Düsseldorf. Zwischen 1951 und 1964 war er Dozent an der Düsseldorfer Modeschule, nebenbei studierte er Philosophie in Köln. 1957 gründete er gemeinsam mit dem Land-Art-Künstler Heinz Mack die einflussreiche Künstlergruppe ZERO. 1961 kam Günther Uecker hinzu, welcher unter anderem durch seine Nagelbilder bekannt wurde.
Mit ZERO sollte nach dem Zweiten Weltkrieg ein ästhetischer und optimistischer Neuanfang markiert werden. Die Werke der Künstlergruppe waren zwischen Bild und Skulptur angesiedelt, Piene, Mack und Uecker experimentierten mit Licht-„Objekten“ im Raum. Piene schuf „Lichtballette“, welche zum Beispiel durch Lichtquellen hinter perforierten Wänden erzeugt wurden.
Experimente
Diese Beschäftigung mit Licht hatte auch mit den Kriegsjahren zu tun. Für Piene war es befreiend, dass man nach 1945 „nachts wieder etwas sehen konnte und nicht vor jedem Licht weglaufen musste, weil da doch gleich ein Flieger kam, der da was drauf ballern wollte.“
Ansonsten experimentierte Piene mit allem, was zur jeweiligen Zeit technisch möglich war. So ließ er etwa 1968 in New York Filme auf Lichtobjekte und aufblasbare Objekte projizieren, die vom Publikum bewegt werden konnten. Diese Live-Aktion wurde vom WDR unter dem Titel „Black Gate Cologne“ ausgestrahlt und gilt als die erste Fernseh-Kunst-Sendung.
Professor Piene
Zu dieser Zeit hatte Piene in den USA auch im universitäten Bereich Fuß gefasst: 1964 hatte er er an der University of Pennsylvania eine Gastprofessur übernommen, von 1968 bis 1971 forschte er am Medienlabor für künstlerisch-optische Experimente (CAVS). 1972 wurde er Professor der Umweltkunst am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und 1974 Direktor des CAVS.
20 Jahre sollte er das Medien-Kunst-Labor leiten und dort an der Verbindung von Kunst, Natur, Wissenschaft und Technik arbeiten. Piene führte Video, Laser und Holografie als Fachrichtungen an der Uni ein, lange bevor es den Begriff „Medienkunst“ gab.
Er spielt mit dem Feuer
Seit 2004 erinnern Ausstellungen auf der ganzen Welt an die Künstlergruppe ZERO, die sich schon 1966 aufgelöst hatte. Man hatte sich künstlerisch auseinandergelebt. Das hatte nichts mit den Rauch- und Feuerbildern zu tun, die Piene „erfunden“ hat. Dafür wird Autolack auf Papier gesprüht und entzündet. „Durch das Feuer entstehen Dinge, die man nicht vorausberechnen kann“, erklärte Piene einmal. Es wird dabei aber nicht alles dem Zufall überlassen: Der Künstler bewegt das Papier und bläst in die Flammen, um gestaltend einzuwirken. Im September 2013 hat Otto Piene ein Rauch- und Feuerbild mit dem Titel „Feuerräder!“ angefertigt, das der BILD-Zeitung beigelegt wurde. Sollte dies eine Wende in seiner Biographie darstellen? Wird er mit 85 Jahren doch noch ein populärer Künstler?

Otto Piene verstarb am 17. Juli 2014 während einer Taxifahrt in Berlin. Dort hielt er sich anlässlich der Eröffnung seiner Werksausstellung in der Neuen Nationalgalerie auf.


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