< Andy Warhol >
Ein Leben für das Foto: Helmut Newton
Als am 23. Januar 2004 Helmut Newton an den Folgen von einem Verkehrsunfall verschied, hielt die Welt für einen Augenblick den Atem an. Mit ihm hatte sich ein Meister der Analogfotografie in die Ewigkeit verabschiedet. Dabei war der Tod von Helmut Newton wie sein Leben und künstlerisches Schaffen: Spektakulär und einzigartig. Chapeau!
Helmut Newton hieß eigentlich Helmut Neustädter und erblickte 1920 in Berlin das Licht der Welt. Als junger Mann faszinierten ihn zwei Dinge: Fotografieren und Frauen. Beides sollte sein restliches Leben bestimmen. Seine Ausbildung zum Fotografen musste Helmut Newton nach zwei Jahren vorzeitig beenden, denn er war jüdischen Glaubens und so wählte er 1938 den Weg in die Emigration. Später kokettierte Helmut Newton immer wieder damit, dass das richtige Beleuchten im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung ein Thema gewesen wäre, er aber zuvor Berlin verlassen musste.
Eine Anekdote die viel über den Charakter von Helmut Newton aussagt. Auf der einen Seite war er fasziniert von der Fototechnik, doch ihr nie verfallen. Übertriebene technische Spielereien, wie beispielsweise Überblendtechniken, gehörten nicht zur Stilistik von Helmut Newton. Seine Fotografien erzählen Geschichten, beziehungsweise sie holen die Betrachter mitten in seine solche hinein, ohne dabei voyeuristisch zu wirken.
Für die Inszenierung von seinen Bildern wendete Helmut Newton extrem viel Zeit auf. Die passende Location, das entsprechende Modell und vor allem die Ausstattung. Nicht überließ hier der Perfektionist hinter dem Sucher einem Zufall. Eine seiner spektakulärsten Fotos zeigt keinen weiblichen Akt, sondern Helmut Newton selbst. 1971 erlitt der Fotograf einen Herzinfarkt. Als Helmut Newton zum ersten Mal auf dem Krankenlager im Lennox Hill Hospital von New York aufstehen konnte, stellte er sich vor einen Spiegel. Seine Leica in der Hand und drückte ab. Zu sehen ist auf diesem Foto ein Mann, der voll mit Elektroden am Oberkörper ist, den man den körperlichen Schmerz ansieht, der aber in seinen Augen einen ganz eigenen Glanz hat.







