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Galerie Zimmermann & Heitmann
Virtuelles Forum für Kunst

Die Inszenierung des Todes
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Victoria
Moderator


Anmeldungsdatum: 02.08.2007
Beiträge: 835
Wohnort: Regensburg

BeitragVerfasst am: 21.04.2008, 17:51    Titel: Die Inszenierung des Todes

Hallo Ihr Lieben,

bei meiner täglichen Dosis Nachrichten war heute ein etwas absonderlicher Artikel dabei.

Da geht es um den deutschen Künstler Gregor Schneider, der einen dem Tod geweihten Menschen bzw. einen kürzlich verstorbenen Menschen in einer Ausstellung zeigen möchte.

Darstellungen mit Toten sind nichts Unübliches in der Welt der Kunst. Man denke nur an die Pietà von Michelangelo. Die umstrittene Ausstellung „Körperwelten“ von Gunther von Hagen wäre noch zu nennen. Viele von Euch erinnern sich bestimmt auch noch an die Werbemotive von Benetton, die vor ein paar Jahren mit der Abbildung von Aidskranken einen handfesten Skandal auslösten.

Der renommierte Künstler hat bereits in der Vergangenheit für Aufsehen gesorgt. Auf dem Markusplatz in Venedig wollte er die Skulptur „Cube“ aufstellen. Das Werk sah der Kaaba in Mekka, dem Heiligtum des Islam, ähnlich. Auch in Berlin fand man die Ausstellung zu bedenklich. Daher konnte die Skulptur erst in Hamburg aufgestellt werden.

Es regt sich Widerstand gegen Schneider und sein neues Projekt.


Die Presse urteilt darüber ziemlich eindeutig:

Laut rp-online.de geht Schneider schlicht „zu weit“. Schneider wolle den Prozess des Sterbens künstlerisch auswerten bzw. „ausschlachten“.

„Da wird eine Grenze überschritten, die dem ersten Artikel des Grundgesetzes – „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – eklatant widerspricht. Selbst wenn sich ein Freiwilliger fände, der seine letzte Lebensfrist in die Hände eines Künstlers zu geben bereit wäre, müsste man ihn davor bewahren. Denn Würde ist unveräußerlich. Die Kunst muss diese Grenze respektieren.“

Beim Focus zitiert man Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (Kulturstaatssekretär in NRW) Dieser lehnt das Projekt ab. Der Tod sei tabuisiert. „Aber darf ich deswegen einen realen Sterbeakt öffentlich ausstellen? Muss Kunst nicht, nachdem alle Tabus gebrochen sind, sogar dazu beitragen, Tabus wieder zu errichten?“

„Geschmacklos“, „pietätlos“ „hoffentlich nur eine Provokation“, so werden einige NRW-Politiker zitiert.

«Die Auseinandersetzung mit dem Tod, wie ich sie plane, kann und den Schrecken vor dem Tod nehmen. Ideal erscheint mir ein Raum aus dem Museum Haus Lange in Krefeld, den ich nachgebaut habe.» Der «helle und Licht durchflutete» Raum stehe in seinem Atelier schon bereit und sei «jederzeit verfügbar». (Zitat von der Netzeitung, die ihrerseits die Welt zitiert)

Hier der komplette Artikel
http://www.netzeitung.de/kultur/985157.html

Was meint Ihr dazu?

Mir ist zu diesem Thema zunächst einmal eingefallen, dass die Katholiken sehr gerne die Darstellung des gekreuzigten Jesus aufhängen. Der mit Nägeln durch Hände und Füße am Kreuz befestigt ist und eine Dornenkrone zeigt.
Man mag mich wegen dieses Vergleiches für blasphemisch halten, aber wenn sich ein Freiwilliger fände, der sich in dieser Ausstellung zeigen möchte, so wäre das seine eigene freie Entscheidung. Niemand wird dazu gezwungen, sich dort auszustellen oder sich das anzusehen.

Bin gespannt auf eure Meinungen!

LG
Vicky
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Nikolas



Anmeldungsdatum: 28.08.2007
Beiträge: 261

BeitragVerfasst am: 22.04.2008, 12:15    Titel:

interessante Sache. weiß aber nicht so ganz, was ich davon halten soll.

hab hier ein Interview mit dem Künstler gefunden:

http://www.welt.de/kultur/article1922105/Knstler_will_humane_Orte_fr_den_Tod_bauen.html

werde die Sache mal verfolgen.

sehr interessanter Künstler übrigens. seine anderen Arbeiten find ich auch sehr spannend. fänd es gut, wenn wir ausführlicher über Gregor Schneider diskutieren würden.
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Unser Schicksal wird mehr vom Zufall bestimmt, als von sorgfältiger Planung.
Peter Tremayne: Verneig dich vor dem Tod
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Nikolas



Anmeldungsdatum: 28.08.2007
Beiträge: 261

BeitragVerfasst am: 22.04.2008, 12:22    Titel:

auch das Art-Magazin beschäftigt sich mit diesem Thema
http://www.art-magazin.de/kunst/5814/gregor_schneider_kunstskandal

da spricht man allerdings von einem "Kunstskandal"
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Peter Tremayne: Verneig dich vor dem Tod
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Victoria
Moderator


Anmeldungsdatum: 02.08.2007
Beiträge: 835
Wohnort: Regensburg

BeitragVerfasst am: 22.04.2008, 18:37    Titel:

ein Kunstskandal also.

ich hab mir da ein paar Gedanken gemacht, die ich mit Euch teilen möchte. bitte erst zu Ende lesen, bevor Ihr protestiert.

Ihr alle erinnert Euch sicher an die Hinrichtung von Saddam Hussein. Danach kursierte ein Video, dass seinen Tod zeigte. ich würde meinen, dass sich das sehr viele Menschen angesehen haben.

der Tod von Lady Diana. Das ist ein anderes Beispiel, das ich erwähnen möchte. Allerdings sehe ich hier einen anderen Kontext. Paparazzi "hetzten" die Dame sozusagen in den Tod. Ihr Tod beschäftigte die Menschen, die Gerichte lange Zeit. An ihrem Tod gab und gibt es ein immenses Medieninteresse.

Öffentliche Hinrichtungen waren früher, soweit ich mich erinnern kann, ein unglaublicher Publikumsmagnet.



Was ich damit sagen möchte:
Ich halte die hier aufgeführten Beispiele auf keinen Fall für Kunst, bzw. möchte diese Beispiele niemals in einem Zusammenhang mit Kunst bringen, sondern halte das für geschmacklos und obszön.
aber es sind Beispiel dafür, wie der Tod in der Gesellschaft aufgenommen wird.

Das Mausoleum von Lenin zum Beispiel erfreute sich meines Wissens eines sehr guten Besucherzulaufes.
Dieses Beispiel kann ich nicht so ganz einordnen, ist mir nur so eingefallen.

Der Tod hat eine große Anziehungskraft. Die oben erwähnten Dinge befriedigen meines Erachtens die Sensationsgier, den Voyeurismus.

was Gregor Schneider plant ist etwas völlig anderes.

es ist geplant, dass ein Freiwilliger bei dieser Aktion in einem kontrollierten Umfang Menschen an seinem Tod/Sterben teilhabenlässt. Niemand ist dazu gezwungen, sich das anzuschauen.

die oben erwähnten Beispiele, da gab es kaum eine Möglichkeit dem zu entkommen. Manches davon ging als die erwähnten Dinge passierten permanent durch die Mdien. es gab sozusagen kein Entkommen. (Außer TV ausschlaten, Zeitung wegwerfen, Internet nicht öffnen)

ich würde wohl meinen, dass bei Gregor Schneiders Projekt weder Sensationsgier noch Voyeurismus im Vordergrund stehen.

deswegen halte ich es für vollkommen überzogen, dass es mittlerweile böse Drohungen gegen den Künstler gibt.

hier z.B. wird das beschrieben, dass er sich doch umbringen solle bzw. ihm wird mit dem Tod gedroht.

Drohungen gegen Gregor Schneider

Die Aktion ist noch nicht einmal angelaufen. und schon schlägt sie so große Wellen?! gut, es ist verständlich, dass diese Aktion im Vorfeld erst einmal ausführlich diskutiert werden muss.

ich bin mir ehrlich gesagt selber nicht so ganz im Klaren darüber, was ich von der Aktion eigentlich halten soll. Aber je mehr ich lese vom Widerstand und von der Ablehnung gegen Schneider, desto mehr denke ich:

Gegor Schneider muss einen sehr sehr wunden Punkt des menschlichen Bewusstseins "erwischt" haben.

Sterben und Tod ist auf der einen Seite sehr stark tabuisiert, aber auf der anderen Seite kann man mit Blut, Tod und allem was dazu gehört gutes Geld verdienen.

Wenn man sich mal realitisch überlegt, ein Kind, das in unserer Gesellschaft aufwächst, hat gute Chancen bis zur Volljährigkeit 1000ende von (eines grausamen Todes gestorbene) Toten im Fernsehen gesehen zu haben.

Gerichtsmedizinische Serien (Quincy, CSI etc.) sind ausgesprochen beliebt, da ist die Darstellung des Todes offenbar in Ordnung?! so nach dem Motto: ist doch nur Fernsehen?! ist ja nicht real?!

ist das der Punkt, der stört? dass Schneiders Ausstellung kein Happening ist, das ausschließlich per TV übertragen wird. würde er dann weniger Kritik einstecken müssen?

***

ich frage mich, darf Kunst so etwas? ein Tabu so deutlich zu brechen?

bzw. ist das nicht längst fällig, dass es eine vernünftige Diskussion über das Thema Tod und Sterben in der Gesellschaft gibt?

Gregor Schneider und seine Kunst wäre ein möglicher Auslöser dazu. ich möchte mir hier nicht erlauben, über ihn zu urteilen.
aber wenn seine geplante Aktion dazu dient, eine bessere Auseinandersetzung mit dem Tod in unserer Gesellschaft, ohne Sensationsgier etc., zu fördern, ist das dann wirklich so schlimm?

freue mich auf Meinungen!

Vicky
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Nikolas



Anmeldungsdatum: 28.08.2007
Beiträge: 261

BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 10:21    Titel:

puh, Vicky, da muss ich erst einmal darüber nachdenken!

hab hier noch was gefunden über den Künstler
http://www.ksta.de/html/artikel/1208841410734.shtml

beim Kölner Stadtanzeiger urteilt man doch sehr hart über den Künstler, mir scheint man schiebt ihn in die "sozial und psychisch gestört" Ecke.

ich weiß nicht, ob man da nicht ein bisschen hart mit ihm ins Gericht geht?!
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Nikolas



Anmeldungsdatum: 28.08.2007
Beiträge: 261

BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 10:28    Titel:

bei der FAZ berichtet man, dass Kusnthistoriker und Theologen die Aktion verurteilen.

aber es hat sich doch jemand gefunden, der Schneider unterstützt:

Pater Friedhelm SJ Mennekes (ehemaliger Leiter der Kunststation Köln) kennt sich sowohl bei der Kunst als auch bei der Theologie aus und stellt sich auf die Seite von Schneider.

Er wendet sich gegen Denkverbote beim Thema Tod (in der Kunst) und zeigt sich irritiert über die generelle Ablehnung der Idee Schneiders.

Das Projekt an sich hält er für bedenkenswert, doch ist er der Meinung, dass das Verhältnis der Gesellschaft zum Tod überdacht werden müsse.

Schneider bei der FAZ
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Nikolas



Anmeldungsdatum: 28.08.2007
Beiträge: 261

BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 10:34    Titel:

bei artnet empört man sich mehr über die Presse bzw. das Medienecho als über den Künstler selbst.

bei Artnet bekommt man den Eindruck, als ob die Aktion von Schneider zwar immer mal wieder angedacht werde, aber es gäbe keine konkreten Pläne dazu.

http://www.artnet.de/magazine/news/kobel/kobel04-21-08.asp
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Nikolas



Anmeldungsdatum: 28.08.2007
Beiträge: 261

BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 10:49    Titel:

oh, da war ich aber grad erstaunt, der Kölner Stadtanzeiger kann sich auch noch etwas differenzierter zu Schneider äußern:

http://www.ksta.de/html/artikel/1207479057547.shtml
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Amathea



Anmeldungsdatum: 04.11.2007
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 11:11    Titel:

da komme ich nach Monaten mal wieder ins Forum und werde von der Flut der neuen Beiträge fast "erschlagen". Ihr seid echt crass drauf.

Gregor Schneider und seine Kunst halte ich für bedenklich.
es muss doch irgendwo eine Grenze geben und die ist bei Gregor Schneider längst erreicht.

sorry, aber so meine Meinung.

Amathea
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Den Marktplatz des Schicksals
nennen wir Seele.
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Quelle : »Wir Kleindenker - Ein Plädoyer für die Einfalt und Vielfalt des Denkens«
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Nikolas



Anmeldungsdatum: 28.08.2007
Beiträge: 261

BeitragVerfasst am: 25.04.2008, 11:14    Titel:

@Amathea, lies Dir mal das hier durch, dann wirst Du vielleicht feststellen, dass Gregor Schneider so schlimm gar nicht ist.

http://www.welt.de/welt_print/article1932938/Morddrohungen_inklusive.html

ich hab den Eindruck, dass man bei "Die Welt" sich langsam ein wenig auf Scheiders Seite schlägt. also man nimmt in ein bisschen in Schutz. sieht für mich zumindest so aus.
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Gene



Anmeldungsdatum: 27.04.2008
Beiträge: 2
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 28.04.2008, 22:55    Titel:

Guten Tag, ich bin die Neue hier Wink

Ich finde es ja ganz erstaunlich und sehr interessant, in diesem Forum eine Diskussion zu Gregor Schneider zu lesen. Dankeschön für die vielen Links zu Presse.

Ich selbst bin gerade im Aufbau eines Unternehmens, das sich damit befasst: den Tod als solches begreifbar zu machen (Totenversorgung, Bestattung).

Von daher verstehe ich Gregors Idee voll und ganz.

Viele Leute haben viele Meinungen. Was Gregor gerade alles an den Kopf geworfen wird, hat wohl mehr damit zu tun, was die Leute vom Tod selbst halten. Projektionen nennt man das Wink. Das ist sehr übel und verletzend, trifft aber Gregor nicht wirklich direkt. Ich frage mich gerade, wie er diese 'Angriffe' eigentlich aushält? Wie schaffen das Künstler überhaupt? Er ist ja nicht der erste, der Provokantes auf die Beine stellt.

Künstler haben eine ganz eigene Aufgabe innerhalb unserer Gesellschaft. Das Schöne zu schaffen ist eher leicht? Mit Kunst Tabus aufzubrechen und Grenzen in den Köpfen der Menschen zu verschieben, denn darum geht es ja hier auch, ist viel mühsamer.

Hut ab Gregor!
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Victoria
Moderator


Anmeldungsdatum: 02.08.2007
Beiträge: 835
Wohnort: Regensburg

BeitragVerfasst am: 30.04.2008, 21:53    Titel:

hallo Gene,
das ist aber schön hier im Forum der Galerie Zimmermann & Heitmann eine neue begrüßen zu dürfen.
Willkommen!!!

@Nicky, schöne Sachen haste da gefunden.

zu Gregor Schneider
in einem der Artikel stand doch, dass da wohl sein Auto demoliert werden sein soll, aus Wut/Ärger oder was auch immer über die angedachte Ausstellung.

soweit ich das mitbekommen hab, ist die Ausstellung ja noch nicht einmal richtig geplant, sondern wirklich nur irgendwie angedacht.

aber bei dem (Medien-)Echo bin ich doch davon überzeugt, dass der Weg den Gregor Schneider eingeschlagen hat zwar hart und ziemlich steinig ist, aber ich denke und hoffe er sollte dabei bleiben und nicht nicht abbringen lassen.

wo wäre denn die Kunst heute, wenn sich Michelangelo oder ein anderer bedeutender Künstler von seinen Zielen hätte abbringen lassen? so viele wunderbare Werke, bei denen die heutige Generation keine Provokation oder keinen Skandal mehr sehen kann, wären nie entstanden. das steht doch in den einen Artikel der "Welt", der oben zitiert wurde.

das Projeket von Gregor Schneider, da konnte ich anfangs wenig damit anfangen. aber je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr Sinn macht es.


ich bin mir nicht ganz sicher, aber irgendwie denke ich, dass schon allein die Diskussion über die angedachte Ausstellung eine sehr wichtige Funktion hat. Da wird endlich eine Auseinandersetzung mit diesem sehr wichtigen Thema von Tod und Vergänglichkeit angestoßen.

Sicher, zunächst waren die Reaktionen sehr eindeutig, die Diskussion war sehr erhitzt, aber ich denke und hoffe doch mal, dass die Diskussion im Laufe der Zeit an Sachlichkeit und Tiefgründigkeit gewinnt und auch immer weitere Kreise zieht.

das wäre glaub ich ein großer Verdienst für Gregor Schneider, wenn er mit seiner angedachten Ausstellung da etwas bewirken könnte.

die Ausstellung selbst, ich weiß nicht so ganz, ob die überhaupt jemals stattfinden könnte, es wird sicher immer Zweifler geben und Gegner und Widersacher, die da alles tun werden, um das zu verhindern.

Gregor Schneider ist auf jeden Fall im Gespräch, bekommt Publicity.

aber ich denke nicht, dass ihm das schaden wird, von einem Künstler erwartet man doch, dass er neue Iden hat, weiterdenkt als die anderen. jemand hat mal gesagt, Künstler sind nicht ganz in ihrer Zeit zuHause, sondern sehr zukunftsorientiert. sie sind Antennen, die frühzeitig Stimmungen und Umschwünge des Denkens auffangen oder auch auslösen. ich weiß leider nicht mehr, wer das war oder wo ich das gesehen hab. aber ich denke, das trifft durchaus zu.

ich würde diese Aktion auch nicht als billige Provokation hinstellen wollen, die ienfach nur auf Aufmerksamkeit abzielt. immerhin gehen die Planungen/Gedankengänge bei Schneider schon auf das Jahr 1996 zurück, das ist ein bisschen sehr lange für eine billige Provokationskation.

ich denke, da steckt sehr viel an Überlegung dahinter.

insofern freue ich mich darauf, die weitere Entwicklung hier im Forum zu diskutieren.

LG
Vicky
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Victoria
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Anmeldungsdatum: 02.08.2007
Beiträge: 835
Wohnort: Regensburg

BeitragVerfasst am: 30.04.2008, 22:00    Titel:

hab jetzt grad mal bei Google News nachgesehen, wie der aktuelle Stand der Diskussionen zum Thema Gregor Schneider ist und der jüngste Artikel, den ich gefunden hab, ist vom 25.4!

hier: Schneider bei nzz-online

ich finde den Artikel recht lesenwert und auch "vernünftig".

kann das wirklich sein, dass die Diskussion schon vorbei ist? war das alles?
ich denke schon, dass es Gregor Schneider freut, dass wieder Ruhe einkehrt, aber ich fand die angestoßene Diskussion wichtig.

naja, mal sehen, wie das alles weitergeht.
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Victoria
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Anmeldungsdatum: 02.08.2007
Beiträge: 835
Wohnort: Regensburg

BeitragVerfasst am: 01.05.2008, 00:41    Titel:

da ist mir noch was eingefallen,

wenn Gregor Schneider diese Aktion mit Hilfe der (katholischen) Kirche machen würde, wäre die Akzeptanz dann größer?

auf jeden Fall sollte er sich so viel Unterstützung wie möglich holen. ich hoffe, dass er viele Menschen findet, die die Aktion nicht ablehnen.

man darf schließlich nicht vergessen, bei der Aktion sollen ausschließlichFreiwillige teilnehmen und zum Besuch wird auch niemand gezwungen.
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Gene



Anmeldungsdatum: 27.04.2008
Beiträge: 2
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 01.05.2008, 19:42    Titel:

@Victoria

was Du über die 'Natur' von Künstlern schreibst, finde ich schön formuliert und da ist bestimmt was dran: Antennen in die Zukunft Smile.

Richtig, wenn man alleine bedenkt, wie viele Wissenschaftler auf dem Scheiterhaufen landeten, um nachher festzustellen: sie hatten Recht!

Die Menschheit insgesamt ist eher träge und braucht 'ne Weile länger.

Die katholische Kirche einbinden??? Wie kommst Du darauf? Der Gedanke ist insofern nahe liegend, weil sie die Hausaufbahrung befürworten und Aussegnungen vornehmen. Also sehr nah am Verstorbenen sind. Hm. Aber quasi halb öffentlich, innerhalb eines Kunstprojektes? Schwer zu sagen, wie sie dazu stehen. Gute Frage an die Kirche.

Ich selbst wiederum habe einen Newsletter, des inzwischen sehr bekannten Bestatters Pütz-Roth, erhalten, der sich dazu äußert. Er ist skeptisch und hält das Sterben im Museum, hinter Glas, für absurd. Gerade er plädiert für einen natürlichen Umgang mit dem Sterben, also am besten zu Hause. Grundsätzlich befürwortet er aber Gregors Ansatz und will ihn im Auge behalten bzw. überlegt, ob er ihn für eine andere Kunstaktion in sein Bestattungshaus einlädt.

So oder so, kommt ganz schön was in Bewegung.

Die Gewalt gegen Gregor ist schlimm. Die Leute sind nicht bei sich. Diese Welt ist einfach auch nur ein 'Irrenhaus' - entschuldigt. Aber da zeigt sich das dann wieder.

Na, wir bleiben dran am Thema...! Smile
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