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"Ponte Sant Angelo" von Christo

5. September 2011

Christo – Ponte Sant Angelo, Wrapped – Project for Rome, 1969-2011
 

Die limitierte Collage-Grafik “Ponte Sant Angelo, Wrapped” zeigt einen Entwurf für ein geplantes Projekt, das jedoch von den Behörden von Rom abgelehnt und daher nie verwirklicht werden konnte. Das Thema zu diesem Werk fanden Christo und Jeanne-Claude bei ihrem Rombesuch 1967. Hier handelt es nicht um Belege bloßer Träumerei, sondern Dokumente künstlerischer Kreativität, die immer auf ihre Umsetzung zielen. Nichts beweist das Gelingen so einer beharrlichen Bestrebung besser, als die Tatsache, dass die Verhüllung einer anderen Brücke, dem Pont Neuf in Paris, nach zehn Jahren Vorbereitung 1985 schließlich geglückt ist. Nach dem Erfolg dieses Projekts wurde der Plan, die Engelsbrücke zu verhüllen endgültig aufgegeben, denn wie Christo selbst in einem Interview anlässlich der großen Ausstellung im Berliner Gropius-Bau 2001 sagte: „Wir machen nichts ein zweites Mal.“

Christo und Jeanne-Claude reizte die Engelsbrücke aus zwei Gründen – einem inhaltlichen und einem formalen. Auf der einen Seite handelt es sich um die schönste der antiken Brücken Roms, die im Jahre 134 von Kaiser Hadrian erbaut wurde. Aus dieser Zeit sind die drei mittleren Arkaden noch originalgetreu erhalten. Die zehn auf ihr aufgestellten Engelsfiguren wurden von dem bedeutendsten Bildhauer und Architekten des italienischen Barock, Gian Lorenzo Bernini mit seinen Schülern geschaffen, dessen Werke das römische Stadtbild bis heute prägt. Berninis herausragende Leistung war die vorbildliche Verbindung von Architektur und Skulptur. Darin mag der zweite Grund von Christos und Jeanne-Claudes Zuneigung liegen, denn diese Auffassung kommt ihrem eigenen Kunstverständnis sehr nahe. Das Projekt „Ponte San’ Angelo Wrapped“ ist ein Kunstwerk und ein Stück Architektur zugleich.

Ponte Sant Angelo

ChristoPonte Sant Angelo, Wrapped – Project for Rome, 1969-2011

Als Grundlage für das Werk dienten Fotografie und Stadtplan, die mit Bleistift und Wachsbuntstift zeichnerisch überarbeitet und mit Stoff und Faden dreidimensional collagiert wurden. Das Blatt besteht aus drei Teilen. Das obere Zweidrittel wird von einer kolorierten Fotoaufnahme der Engelsbrücke über den Fluss Tiber und von historischen Gebäuden im Hintergrund beherrscht, wie der Ospedale di San Spirito und der Konvent Domus Romana Sacerdotalis, sowie der Petersdom und Vatikanpalast. Der mit Stoff collagierte Teil der Abbildung soll das spätere Aussehen der tatsächlichen Brückenverhüllung veranschaulichen. Das untere Drittel ist wiederum zweigeteilt. Links befindet sich eine Zeichnung Christos, welche die fünf Bögen der Brücke in Untersicht wiedergibt und seitlich mit der Engelsburg schließt. Rechts sieht man eine handgezeichnete Teilansicht des Stadtplans von Rom mit Markierung der genauen Lage der Brücke. Ergänzt werden die Bildnisse mit handgeschrieben Texten und Maßangaben des Künstlers. Die einzelnen Merkmale des Entwurfs bilden in ihrer Gesamtheit eine künstlerische Einheit, die sich als autonomes Kunstwerk präsentiert.Christos Entwürfe sind stets von dieser Dualität des Sinngehalts geprägt. Er verwandelt Architektur in Skulptur und verändert damit gleichzeitig die Wahrnehmung derselben. Die Verdeckung der architektonischen Details bewirkt eine Reduktion auf einfachste bildhauerische Formen. Die Transformation eines wohlbekannten Objekts durch Verhüllung in eine andere Gestalt mit neuer Identität macht etwas sichtbar, was im Alltag nicht mehr wahrgenommen wird. Diese zeitweilige Verwandlung des Aussehens eines Bauwerks führt zu Freisetzung unerwarteter Interpretationen, ohne dabei seine ursprüngliche Funktion zu verlieren, und verleiht ihm einen Charakterzug , der das Thema Brücke – d. h. sich zwischen zwei Ufern hin und her bewegen zu können – in eine ästhetische Erfahrung überführt. Ein in Stoff gehüllte Steinbrücke mit ihren anmutigen Konturen ist nicht länger in Stein erstarrte Kunstgeschichte, sondern Ausdruck von allgemeinen Gesetzen der Formschönheit. Christo und Jeanne-Claude schaffen mit der Verhüllung eines Objekts der Schönheit stets eine neue Form von Schönheit und beschwören damit die wunderbaren Verwandlungskräfte der Kunst.

Das Entstehungsjahr des ersten Entwurfs für das Projekt „Ponte San’ Angelo Wrapped“ war ein Wendepunkt im künstlerischen Schaffen von Christo und Jeanne-Claude. 1969 fand die aufsehenerregende Verhüllung eines Küstenstreifens in Australien statt, die eine neue Phase der Kunstgemeinschaft von Christo und seiner Frau Jeanne-Claude markierte. Ab diesem Zeitpunkt wurden immer größer angelegte Außenprojekte geplant und realisiert, welche einen stets steigenden Aufwand an Vorbereitung und Organisation erforderten. Die spektakuläre Verhüllung des Berliner Reichstags 1995 kann als gutes Beispiel hierfür dienen. Da ihre temporären Kunstwerke allen frei zugänglich waren, konnten sie weder erworben, gesammelt oder in Museen aufbewahrt werden, sondern nur die damit in Verbindung stehenden Zeichnungen und Collagen von Christo. Allerdings dienten diese lediglich einem einzigen Zweck, nämlich mit deren Verkauf ihre Projekte in eigener Regie umsetzen zu können und dadurch von öffentlichen Geldgebern und privaten Sponsoren unabhängig zu bleiben.

Die Erlöse dieser Collage-Grafik Edition werden ebenfalls in die Finanzierung des aktuellen „Work in Progress“, dem Projekt „Over the River“ fließen.

Copyright: Dr. Alexander Tolnay / Geuer & Breckner



Christo bittet um Hilfe

6. August 2010

Für Christo´s Verhüllten Reichstag in Berlin war eine Debatte und Abstimmung im Bundestag die Voraussetzung für eine Genehmigung. Nach dieser Premiere macht nun die amerikanische Regierung erstmalig eine weltweite Offenlegung und Befragung (Draft Enviromental Impact Statement = EiS) zum seit langem geplanten Projekt:



Over the River entlang des Arkansas River in Colorado.



Nach einer Reise zur Auswahl des Standortes im Jahr 1996 hat Christo inzwischen positive Testergebnisse für die technischen und umweltmäßigen Belange vorliegen, und alle Vorbereitungen auch der Ingenieure sind abgeschlossen.



Jetzt folgt ähnlich wie bei Stadtplanungsprojekten in Deutschland eine Offenlegung des Projekt mit der Möglichkeit innerhalb eines begrenzten Zeitraums, genauer gesagt bis zum 30. August 2010 Pro oder Kontra und Anregungen vorzutragen. Dies wird dann gesichtet und wahrscheinlich im Frühjahr 2011 politisch entschieden. Jeder kann nun mitmachen im Entscheidungsprozess und seine Meinung (möglichst auf Englisch) der amerikanischen Regierung (dem Bureau of Land Management – BLM – Eine Abteilung des Innenministeriums, die zuständig ist für Ländereien im Besitz des Staates) mitteilen.



Unabhängig vom für uns alle unbestrittenen künstlerischen Wert der Projekte von Christo und Jeanne-Claude ist bei der Anhörung jetzt besonders wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass alle Kunstprojekte von Christo und Jeanne-Claude bisher sehr umweltfreundlich waren und alle vor Ort eingesetzten Materialien recycelt wurden.



Das Projekt der Verhüllten Bäume in Riehen, wurde sogar von Greenpeace und dem World Wildlife Fond unterstützt.



Die aller entscheidendste Kommentierung betrifft die Länge des Projekts:



Ursprünglich auf eine Länge von 10,4 Meilen (ca. 16 km) geplant, wurde die Länge des mit (in Deutschland zu produzierenden) Stoffbahnen auf Wunsch von Umweltschützern schon auf 5,9 Meilen (ca. 9 km) reduziert. In der Offenlegung zeigt das BLM auch Alternativen mit noch kürzeren Strecken auf. Dies wäre für Christo dann aber kein zu realisierendes Kunstwerk mehr.



Deshalb stimmen Sie bitte für die Alternative 1A.



"We support Christo‘s project Over the River with Alternative 1A."



Bitte schicken Sie einen Brief oder eine Postkarte an:

BLM Royal Gorge Field Office

OTR Comments

3028 E. Main St.

Canon City, CO 81212



oder ein Fax an:

001 (719) 269 8599

Bitte "OTR Comments" als Betreff angeben.



oder eine E-Mail an:

co_otr_comments@blm.gov



oder füllen Sie das Online-Formular aus auf:

http://www.blm.gov/co/st/en/fo/rgfo/planning/otr/comment_form.html



Zum Tode von Jeanne-Claude

21. November 2009

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunden,



der Tod von Jeanne-Claude am 18.11.2009 (amerikanische Uhrzeit) hat uns sehr betroffen gemacht, obwohl Christo uns schon vor einigen Wochen informiert hatte, dass Jeanne-Claude nach einem Fall über eine Stufe zunächst eine gute Genesung hatte, bevor sie nach einer weiteren Operation ins künstliche Koma versetzt wurde.



Für uns ist es nicht das Ende einer 24 jährigen Beziehung, denn Jeanne-Claude wird ihren Werken und in unserer Erinnerung weiterleben.Christo und Jeanne-Claude hatten auch schon vor Jahrzehnten vereinbart, das derjenige, der den anderen überlebt, die angefangenen Projekte fortführen soll.



Traurig nehmen wir Abschied von einem wunderbaren Menschen.

Sie begeisterte uns alle durch Ihre unnachgiebige Durchsetzungskraft, Ihre unglaubliche Kreativität, Ihren herzlichen Humor und Ihren familiären Umgang, selbst während den gro



Ausstellung von Christo & Jeanne Claude

5. September 2007

Ausstellung von Christo & Jeanne Claude ab 20. September 2007 in der Galerie Zimmermann & Heitmann



In der Galerie Zimmermann & Heitmann in Dortmund sind vom 20. September bis zum 13. Oktober 2007 seltene Unikate, Collagen und Graphiken von Christo und Jeanne-Claude zusehen. Die Ausstellung wird von Verleger Dr. Alexander Fils am 20. September um 19:30 Uhr eröffnet.



Christo und Jeanne-Claude realisierten bereits 1961 ihr erstes gemeinsames Projekt im Kölner Hafen. Durch ihre vielen spektakulären Aktionen, wie z.B.



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