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Mel Ramos: Portfolio Vintage Peek-a-Boo 2015

Heute ist die neue Mappe "Peek a Boo Vintage 2015" von unserem Künstler Mel Ramos erschienen;
Diese besteht aus 6 High Pigment Giclee Prints im Format 45,5 x 34 cm und dem Blattmaß: 60 x 45 cm.
 

Da diese Jubiläumseditio auf nur 80 Stück limitiert ist, wird sie ein heiß begehrtes Sammlerobjekt darstellen.

Mel Ramos "Vintage Peek-a-Boo 2015


Mit „Peek-a-Boo Vintage 2015“ legt Pop-Art-Großmeister Mel Ramos im Jahr seines 80. Geburtstags eine Mappe mit sechs Motiven vor, die sich in ihrer klassischen Zeitlosigkeit nahtlos in sein Gesamtoeuvre einfügen.
Commercial Pin-Ups ebenso wie im Speziellen Schlüsselloch-Serien gehören seit den 60er Jahren zu seinem Hauptwerk. So malte er die hier zusammengefassten Arbeiten ursprünglich im Jahr 1964. In kleinerer Größe von 21x15 cm wurden die Drucke schon 1988 aufgelegt und erfahren nun zum Jubiläum eine Neufassung. Unter weiteren Beispielen dieses Motivs jüngeren Datums findet sich „Peek-a-boo Marilyn“ (2002) mit drei neu herausgegebenen Schlüsselloch-Bildern zu Marilyn Monroe.
Der 1935 in Kalifornien geborene Ramos setzte bereits in den 50er Jahren dem in den USA vorherrschenden abstrakten Expressionismus eine Rückkehr zur figurativen Malerei entgegen. In den 60er Jahren entwickelte er neben Roy Lichtenstein und Andy Warhol eine Bildsprache, die auf Comicelemente zurückgreift. Schließlich wandte er sich den bis heute vorherrschenden Themen Popkultur und Massenmedien zu, und wurde neben anderen Größen wie Claes Oldenburg und James Rosenquist zu einer der berühmtesten Vertreter der Pop Art.
Bei der Thematisierung der Massenmedien war es die ironische Überhöhung der erotisierenden Botschaften der Werbebranche, die zu seinem vorherrschenden Stilelement wurde. Kaum bekleidete attraktive Frauen, die mit aufreizendem Blick um die Aufmerksamkeit potentieller (männlicher) Kunden buhlen, greift er seit über 50 Jahren mit den ureigenen Mitteln der Werbeindustrie parodierend auf: Makellos gemalte, nackte Schönheiten und weibliche Prominente, die sich – thematisch losgelöst – neben Konsumprodukten wie Kaugummis, Golfbällen oder Zigarren räkeln, zählen zu seinen Ikonen.
Noch zugespitzter mit dem erotischen Aspekt der Reklame-Models wird der Betrachter in den Schlüssellochbildern konfrontiert. Hier zeigt Mel Ramos die den Werbekunden kokett anvisierenden Modelle, denen durch die Schlüssellochumrahmung zusätzlich eine Note des Anstößigen, wenn nicht Verbotenen zukommt. Während der Titel „Peek-a-Boo Vintage 2015“ mit Peek-a-Boo verniedlichend auf das im Deutschen als „Guckguck-Spiel“ bekannte Spiel für Kleinkinder Bezug nimmt, bei dem sich ein Mitspieler die Augen verdeckt (und dabei durch die Finger hindurch späht), leben Ramos‘ Bilder allerdings von ihrer explizit sexuellen Aufgeladenheit. Dass seine Bilder aber nicht zuvorderst voyeuristisch sind, sondern tatsächlich immer einen spielerischen Moment abbilden, zeigt sich an den selbstbewussten, direkten Blicken und der natürlichen Spontanität der gemalten Modelle.
In beeindruckender Konsequenz setzt der Künstler in den sechs Motiven der Mappe „Peek-a-Boo Vintage 2015“ seine künstlerische Grundaussage radikal um. Nicht nur durch thematische Anknüpfung an sein kunsthistorisch bedeutendes Gesamtwerk durch Stilisierung erotisierender Werbe-Ikonen. Auch der Rückgriff auf eigene frühere Werke (unter Verwendung des der Modesprache entliehen Begriffs „Vintage“ als Bezug auf wiederkehrende Stilelemente) und die Reproduzierung der früher Originalmalereien in Form von Drucken, individualisiert lediglich durch die Ergänzung der Jahreszahl, rückt diese Mappe selbst in die Nähe eines Konsumobjekts. Gerade hierdurch wird diese zu einem authentischen und integralen Bestandteil im beeindruckenden Werk dieses Künstlers.