GALERIE ZIMMERMANN

James Francis Gill

Der Amerikaner James Francis Gill zählt zu den berühmtesten Vertretern der Kunstrichtung Pop Art. Vor allem seine wiederholten Darstellungen von Marilyn Monroe machten ihn über die Kunstszene hinaus bekannt. Hinter der Trivialität seiner bekanntesten Bildmotive steckt allerdings weit mehr.
Gill wurde 1934 in Tahoka, Texas geboren. Seine Kindheit und Jugend verlief mustergültig. Nach der High School trat er den Wehrdienst an und studierte anschließend Design an einer Universität in Texas.
Anfang der 60er Jahre stellte das New Yorker Museum of Modern Art sein wahrscheinlich bis heute bekanntestes Werk Marilyn Triptych aus und verhalf dem noch nicht einmal 30 Jahre alten Gill so zu internationaler Bekanntheit. Das Werk ist ein beinahe 2 mal 3 Meter großes Portrait von Marilyn Monroe in drei Teilen, das sie in verschiedenen Posen auf einem Sofa zeigt.
1965 nahm James Francis Gill an einer Universität in Idaho einen Lehrstuhl für Malerei an. Im Laufe der nächsten Jahre lehrte er auch an anderen Universitäten wie in Kalifornien oder Oregon. Seine Werke in dieser Schaffensphase beschränkten sich allerdings nicht auf die Darstellung berühmter Persönlichkeiten wie beispielsweise die Beatles oder John F. Kennedy. Es entstanden mehrere Anti-Kriegs-Bilder, eines davon inspiriert durch einen ehemaligen russischen Kriegsgefangenen, andere fokussierten militärische oder politische Persönlichkeiten. Hintergrund seiner Werke war das tatsächliche Zeitgeschehen. So thematisierte er des öfteren den Vietnamkrieg. Ein Gremium von amerikanischen Museumsdirektoren wählten unter anderem die Bilder von James Gill aus, um die amerikanische Kunstszene auf der damals international bedeutendsten und höchstangesehenen Kunstausstellung zu vertreten. Bei der Biennale "Sao Paulo 9: Environment USA 1957 - 1967" 1969 hingen Gills Bilder neben denen von Andy Warhol, Edward Hopper, Roy Lichtenstein und weiteren heute weltberühmten Künstlern.
Dies verschaffte Gill weltweit den endgültigen Durchbruch. Seine Werke wurden sowohl in der Pop Art - Szene geschätzt, als auch von vielen Kunstkritikern wegen ihrer durchscheinenden Tiefgründigkeit gelobt. Audrey Hepburn und andere große Persönlichkeiten ließen sich von Gill portraitieren. Er verkehrte mit Hollywoodstars und pflegte berühmte Bekanntschaften. Viele der bekanntesten Museen nahmen seine Werke in ihre Ausstellungen auf.
Trotz allem zog er sich Anfang der 70er Jahre plötzlich und für alle überraschend aus der Künstlerszene zurück. Beinahe 30 Jahre lang lebte Gill zurückgezogen auf seiner Ranch in Texas und arbeitete nur für sich. In späteren Interviews begründete er dies damit, dass ihm der ganze Trubel einfach zu viel geworden sei und er etwas Ruhe gebraucht habe.
Nach fast 30 Jahren Auszeit tauchten letztendlich neue Werke von Gill wieder mehr und mehr in der Kunstszene auf. Gills späte Werke nehmen wieder vermehrt die Pop-Art - typischen Motive auf. Mit neuen Techniken zeigt er Darstellungen von Marilyn Monroe, John Wayne und anderen Hollywoodikonen. Heute gibt es von ihm wieder Ausstellungen zu sehen. Weltweit zeigen Museeen und Galerien seine Bilder. Im Jahr 2014 reiste Gill eigens nach Deutschland, um einige Ausstellungen zu eröffnen. Der fast 80jährige ist mit seinem Schaffen noch nicht zu Ende und malt immernoch auf seiner Ranch in Texas.
James Francis Gill zählt zu den letzten lebenden Vertretern der original amerikanischen Pop-Art-Szene. Die Kunstrichtung entstand in den 1950er Jahren ind hat bis heute kaum von seiner Popularität eingebüßt.